Ab Dienstag: Teddyklinik im Stadtgarten

Rebecca Sommer

Vom 22. bis 24. Mai schlägt die Teddyklinik ihre Zelte im Freiburger Stadtgarten auf: Medizinstudenten untersuchen, operieren und verbinden dort Kuscheltiere von Kindern. Familien sind besonders an den Nachmittagen eingeladen, spontan vorbeizukommen. Zwei Medizinstudenten standen fudder Rede und Antwort.

Wie oft habt Ihr schon bei der Teddyklinik mitgemacht?





Rebecca Lehmann:
Wir sind beide direkt im ersten Semester eingestiegen, für mich ist es also das dritte Mal. Eigentlich sind die Zweitsemester für die Teddyklinik zuständig, das sind in diesem Jahr hundert bis hundertfünfzig Kuscheltierdoktoren, die über die drei Tage verteilt in Stadtgarten dabei sein werden. Jonathan und ich sind aber mit zwei weiteren Kommilitoninnen als Hauptorganisationsteam dabei geblieben. Die Teddyklinik macht immer viel Spaß.

Was macht am meisten Spaß?




Jonathan Sorge:
Die letzten Jahre waren immer gut tausend Kinder da, in diesem Jahr haben sich schon etwa sechzig Kindergärten angemeldet. Die Teddyklinik ist einfach ein Riesenereignis. Ich bin jedesmal stolz, ein Teil davon zu sein.

Rebecca:
Es macht unglaublich Freude, wenn die Kinder sich voll auf diese Sache einlassen und uns ihre Kuscheltiere richtig anvertrauen. Denn die sind ja im Kindergartenalter noch sehr wichtig. Wenn die Kinder nach der Behandlung in der Apotheke noch eine Kleinigkeit geschenkt bekommen, gehen sie mit strahlenden Augen nach Hause.

Werdet Ihr beide einmal Kinderärzte?




Jonathan:
Ich bin noch völlig offen, was die Fachrichtung angeht. Es ist sehr schwer, sich zu entscheiden.

Rebecca:
Ich habe meine Famulatur bei einer Kinderärztin gemacht, bin aber auch noch unentschlossen. Die Mitarbeit bei der Teddyklinik gibt mir einfach ein gutes Gefühl, weil sie nachhaltig zu sein scheint. Einige Kindergärten haben schon im März angefragt, wann sie sich anmelden können, und viele berichten uns, dass die Kinder in den Wochen nach der Teddyklinik besonders oft „Arzt“ spielen. Die Kinder setzen sich also damit auseinander.

Wie muss man sich die Teddyklinik vorstellen?




Rebecca:
Direkt neben dem Spielplatz im Stadtgarten baut das DRK fünf Zelte auf – die sind wetterfest, die Teddyklinik findet also in jedem Fall statt. Wer einen Termin vereinbart hat, geht zuerst zum Aufnahmezelt. Das erkennt man an einem Banner. Die Kinder bekommen farbige Umhänge-Schilder, damit wir sie zuordnen können. Dann geht jedes Kind mit einem Teddydoktor in ein Untersuchungszelt, wo es zu den Symptomen seines Kuscheltiers befragt wird. Die Kinder übernehmen also die Elternrolle in der Situation. Ideal ist es, wenn sich die Kinder schon eine Krankheit überlegt haben. Einige haben dann auch gleich eine Diagnose parat: Mein Bär hat Bauchweh, weil er zu viel gegessen hat. Dann untersuchen wir die Kuscheltiere mit einem Stethoskop und Leuchten und verbinden sie…

Jonathan:
… wir verbrauchen jedes Jahr kistenweise Verbandsmaterial.

Rebecca:
Für die meisten Kinder reicht es aus, wenn wir sie dann noch mit einem Rezept zu den Pharmaziestudenten in die Apotheke begleiten.





Operiert Ihr auch?




Rebecca:
Es gibt ein OP-Zelt, das innen blau und steril aussieht und in dem wir echte OP-Kleidung tragen. Wenn ein Kuscheltier einen Riss hat, nähen wir den dort auch wirklich. Für die Kinder gibt es ein Guckfenster und sie können von außen mit den Kuscheltieren Händchen halten. Es ist sehr wichtig, dass sie mit etwas Abstand alles betrachten können, was bei der Behandlung vor sich geht. Wir haben ein selbst gebasteltes Ultraschall- und ein Röntgengerät und einen Teddy mit herausnehmbaren Organen, anhand dessen wir anschließend mit den Kindergartengruppen besprechen, welche Funktion das Herz oder die Nieren haben. Nicht angemeldete Besucher können, vielleicht mit etwas Wartezeit, dazu kommen.



Wie viel Zeit sollten Besucher einplanen? Muss man sich in jedem Fall anmelden?




Jonathan:
Ab einer Gruppengröße von zehn Personen sollte man sich besser anmelden. Kleine Gruppen können wir aber immer gut zwischenrein nehmen. Die Behandlung dauert maximal eine Dreiviertelstunde und lange Wartezeiten gab es in den letzten Jahren nicht. Viele Kindergruppen bringen ein Picknick mit oder machen nach der Anmeldung erstmal eine kleine Pause, um sich umzugucken. Vormittags kommen viele Kindergartengruppen, für Familien sind die Nachmittage geeigneter. Am Donnerstag bauen wir ab 16 Uhr ab, an den beiden vorhergehenden Tagen sind wir bis 17 Uhr da.

Rebecca:
Unter den Freiburger Kindergärten ist die Teddyklinik sehr beliebt, aber Familien und Spontanbesucher hatten wir in den letzten Jahren leider wenige. Wir sind mit den Abläufen sehr flexibel und nicht auf Kindergartenkinder beschränkt: Kleine Geschwister und Grundschulkinder dürfen natürlich gerne mitkommen. Wir freuen uns über jede Familie die spontan bei uns vorbei kommt.

Mehr dazu:


Die Teddyklinik

Mittlerweile gibt es an fast allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Teddykliniken. Koordiniert werden sie von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd), durchgeführt von den Fachschaften.

Was: Teddyklinik
Wann: Dienstag, 22. Mai bis Donnerstag, 24. Mai von 9 bis 17 (Donnerstag: bis 16 Uhr)
Wo: Stadtgarten Freiburg    
[Bild: Marko Lange]