Aaron Fox on the run

Markus Hofmann

Am vergangenen Donnerstag hatte Wölfe-Star Aaron Fox seinem Arbeitgeber offenbart, dass er künftig nicht mehr gewillt ist, das Freiburger Trikot zu tragen und nach Straubing wechseln will. Fox' Ankündigung schlug ein wie eine Konfettibombe im Wölfe-Lager. Sie war der Schlussakt einer höchst bizarren Tragikomödie, in der Fox in den vergangenen fünf Wochen den Hauptdarsteller spielte. Mittlerweile sondieren die Wölfe den Spielermarkt nach einem Ersatz für den US-Amerikaner.



Die Tragikomödie in ihrem Verlauf: Dezember 2005: Die Wölfe haben Finanzprobleme. Ob der Klub die Saison zu Ende spielen kann, ist ungewiss. Klaus Hille, der Agent von Aaron Fox, bietet seinen Schützling in der Liga an - unter anderem dem EHC München, bei dem Fox' Busenfreund T.J. Guidarelli spielt. 16. Dezember 2005: Die Freiburger Eishockeyjournalisten erleben beim Heimspiel der Wölfe gegen den EHC München eine der seltsamsten Pressekonferenzen der Freiburger Eishockeygeschichte. Münchens Trainer Gary Prior sagt kein einziges Wort zum Spiel. Statt dessen maßregelt er Aaron Fox: "Er soll uns aber nicht mehr damit belästigen, dass er zu uns wechseln will, weil er in Freiburg die Schnauze voll hat. Wir haben kein Interesse - er soll aufhören mit dem Schmarrn." Im fudder-Podcast "Der Eissportenthusiast" wehrt sich Aaron Fox vehement gegen diese Vorwürfe: "Bullshit". Der Podcast beginnt mit herzhaftem Journalisten-Gelächter - es ging lustig zu.


3. Januar 2006: Schon wieder gastiert München mit Fox-Intimfeind Gary Prior in Freiburg, und schon wieder gibt es ein skurriles Schauspiel auf der Pressekonferenz. Während die Trainer das Spiel kommentieren, lauert Fox hinter der Türe und wartet auf seinen Auftritt. Als die Fragerunde endlich den Fox-Prior-Konflikt thematisiert, taucht Fox wie ein Geist im Pressezimmer auf. Gary Prior verschlägt es die Sprache und will sich zu dem Streit nicht weiter äußern: "Kein Kommentar." Fox selbst sagt ebenfalls keinen Ton und steht passiv wie ein Kleiderständer im Raum rum. Eine etwas sonderbare Performance. Trotzdem lachen am Ende alle entspannt.



19. Januar 2006: Nun lacht keiner mehr: Fox will von einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag Gebrauch machen, beauftragt seinen Agenten Hille einen neuen Klub zu suchen und unterschreibt in Straubing.

20. bis 22. Januar 2006: Das Problem: Nach Lage der Dinge gibt es solch eine Ausstiegsklausel gar nicht. Die Badische Zeitung (Online-Abo) zitiert Wölfe-Geschäftsführer Danner: "Erstens gibt es in Fox´ Vertrag keine Ausstiegsklausel und auch keinen solchen Passus, zweitens hat er sein Geld immer pünktlich bekommen." Am Tag darauf berichtet die Freiburger Sonntagszeitung Der Sonntag, Fox habe von seinem Klub eine Abmahnung erhalten.

Wie konnte es dazu kommen? In den vergangenen Monaten hat Fox seine Spieleragenten mehrfach gewechselt. Hille ist bereits der dritte Agent, der Fox in dieser Zeit vertritt. Da scheint es einige Missverständnis gegeben zu haben. Jedenfalls bot Hille seinen Schützling in dem Glauben an, er könne aus dem Vertrag aussteigen. Wenn sich dies als falsch erweist, hätte sich der EHC Straubing nach Kevin Gaudet und Niklas Hede zum dritten Mal binnen eines Jahres mit einem Hickhack um eine Ausstiegsklausel blamiert.

Fast sicher ist, dass Aaron Fox nicht mehr das Wölfe-Trikot tragen wird. Sicher ist auch, dass sich die Wölfe laut Geschäftsführer Danner auf dem Spielermarkt nach einem neuen Kontingentspieler umsehen und bereits Gespräche mit Kandidaten geführt haben. Am morgigen Montag sollen außerdem die Verhandlungen mit den Straubing Tigers und Fox-Agent Hille fortgesetzt werden. Gegenüber dem Fachmagazin Eishockey News sagte Hille am Freitag: “Zu genauen Vertragsdetails möchte ich mich nicht äußern, aber wir sehen eine gute Chance, den Vertrag in Freiburg zu beenden - und zwar vernünftig und einvernehmlich.”

Sehr pikant: Am kommenden Freitag gastiert ausgerechnet der EHC Straubing in Freiburg. Mit Aaron Fox?