99 Sekunden für die Berlinale: Südbadisches Filmteam im Finale

Silvia Timm

In 99 Stunden einen 99-Sekunden-Film drehen – so lautet die Herausforderung für den Nachwuchs-Filmpreis bei der Berlinale. Eine Crew aus Südbaden ist im Finale der 99 Besten dabei.



Ein junges Filmteam mit Teammitgliedern aus Waldkirch, Achern und Fischerbach fährt am Donnerstag zur Berlinale und hofft dort auf den großen Durchbruch mit dem 99-Sekunden-Film "Wenn Wünsche fliegen". Für Platz 1 in der Kategorie "Bester Film" würden 9999 Euro Preisgeld winken, für die zwei anderen Kategorien "Beste Idee" und "Beste Kamera" 999 Euro. Das könnten die jungen Leute für neue Projekte gebrauchen.


Wenn Wünsche fliegen - 99 FIRE FILMS 2013

Quelle: YouTube


"Aber gewonnen haben wir eigentlich schon jetzt", sagt Hanna Kern, denn von den ursprünglich 5500 Teilnehmern, die sich für den Wettbewerb interessierten, schafften es 1621 Teams, die Forderung zu erfüllen, innerhalb von 99 Stunden einen 99-Sekunden-Film – von der Idee bis zum Schnitt – zu produzieren und einzureichen. Davon wählte die Jury, die mit deutschen Schauspielern, Filmemachern und Produzenten besetzt ist, die Top 99 aus – und der Film der jungen Crew, dessen ältestes Mitglied 28 Jahre alt ist, ist dabei. Am Montag flatterte den Filmemachern die Einladung für die Berlinale ins Haus. Schon das ist ein großer Erfolg!

Das Filmthema wurde allen Interessierten am 25. Januar per E-Mail mitgeteilt, von da an lief die 99-Stunden-Frist. "Erstmal haben wir uns einen Tag mit der Idee, dem Drehbuch und den Vorbereitungen beschäftigt", sagt Hanna Kern. Unter anderem wurde ein Kamerakran besorgt. Die 21-jährige Hanna Kern spielt im Film die Mutter eines Mädchens, das von Emma Ziegler (8) verkörpert wird (siehe Foto). Der Film beginnt am Grab des verstorbenen Familienvaters. Später, während die Mutter weinend im Haus umherläuft, trägt das Kind immer mehr Luftballons zusammen, baut im Hof ein Luftschiff und will den Vater im Himmel besuchen. Für die entsprechenden Szenen füllte die Crew mehr als 50 Luftballons mit Helium.

Weitermachen wollen sie auf jeden Fall

Idee, Konzept und Gesamtproduktion übernahmen Marco Schmid (26), Hanna Kern und Manuel Eckert (24). Die Filmmusik, die die Emotionalität des Streifens noch unterstützt, wurde innerhalb weniger Stunden von dem Waldkircher Paul Oschwald (28; siehe Foto) produziert.

Natürlich wäre es für die jungen Filmemacher das Größte, wenn sie bei der Berlinale als Sieger auf die Bühne gerufen würden. Weitermachen wollen sie aber auf jeden Fall.

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