9 Dokus, die jeder Musikliebhaber gesehen haben muss

Gina Kutkat & Carolin Buchheim

Lady Gaga zwischen Schmerz, Angststörungen und Einsamkeit und The National auf Tour in Europa, gefilmt vom Bruder des Sängers. Wir empfehlen neun Musikdokus, die jeder schauen sollte.



1. Prince – The man behind the music

Wer war der Mann hinter der Musik? Wer war Prince? Künstler, Showman, Wunderkind? Diese Dokumentation beschäftigt sich mit dem kreativen Output des Musikers während der 80er Jahre und zeigt, wie Prince die Wahrnehmung von schwarzer Musik revolutioniert hat. Die wichtigsten Wegbegleiter und einige enge Freunde kommen zu Wort – sie alle versuchen, das Genie von Prince zu erklären.

2. Amy Winehouse – Amy

"Amy was a girl that just wanted to be loved", sagt Blake Fielder-Civil im Film über die Ausnahmekünstlerin. "Amy" ist eine berührende Doku über die britische Musikerin, die mit 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung starb. Man sieht ihr in dieser Doku quasi dabei zu, wie sie Opfer ihrer Süchte wird und von den Leuten, die sie liebt, immer weiter getrieben wird.

Über Netflix und auf DVD.

3. The National – Mistaken for Strangers

"Mistaken for Strangers" ist alleine schon deshalb eine besondere Doku, weil sie vom Bruder des The-National-Sängers Matt Berninger gedreht wurde. Tom Berninger ist eigentlich Metalfan, lebt bei den Eltern in Cincinatti und dreht ab und zu Horrorfilme – bis ihn sein Bruder im Jahr 2011 als Roadie mit auf die High-Violet-Tour nimmt. Tom packt die Videokamera ein und dokumentiert alles, was ihm und den Musikern unterwegs passiert. Das ist mal komisch, mal traurig – und unbedingt sehenswert.

"Mistaken For Strangers" Trailer



Läuft auf iTunes.

4. Michael Jackson: This is it

Mehr als acht Jahre liegt der Tod von Michael Jackson jetzt zurück. Die Musikdoku "This is it" erinnert an den King of Pop in den Wochen vor seinem Tod im Juni 2009. Die Szenen zeigen Jackson bei den Proben für seine geplante Tour – die dann nie stattfand. Regisseur Kenny Ortega bestätigte, dass die Szenen nie zur Veröffentlichung bestimmt waren: Jackson sei zu perfektionistisch gewesen, um dem zuzustimmen. Aufgrund der hohen Nachfrage der Fans wurde "This is it" trotzdem gezeigt- eine Tatsache, die auch für Kritik sorgte.
5. Jesus Rodriguez: Searching for Sugar man

Die Geschichte von Jesus Rodriguez ist unglaublich, man könnte auch sagen: Ein Kulturphänomen. Der amerikanische Musiker hatte in seiner Heimat keinen Erfolg, dafür aber im weit entfernten Südafrika. Zwei Fans, Stephen Segerman und Craig Bartholomew Strydom, machen sich im Film auf die Suche nach dem "Sugar Man". Sie wollen herausfinden, ob an den Todesgerüchten etwas dran ist – oder was sonst aus Rodriguez geworden ist. Die Suche, der Enthusiasmus der Fans und das Filmende – ohne etwas vorwegnehmen zu wollen – sind einfach nur bewegend.


Läuft auf Amazon Prime.

Searching for Sugar Man Official Trailer



6. Whitney Houston – Can I be me

Wie Prince, Amy Winehouse und Michael Jackson war auch Whitney Houston eine Musikerin, die an ihrem Ruhm zerbrach. Der Film "Can I Be Me" beginnt mit ihrem Tod am 11. Februar 2012 und untersucht insbesondere die Beziehungen zu ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem Mann und ihrer Tochter. Der Film enthält Videomaterial ihrer Welttournee aus dem Jahre 1999 und zeichnet eine Karriere nach, die sie als Gospelsängerin begann und als Weltstar beendete. "Success doesn't change you, fame does", sagt die Musikerin in einem Ausschnitt. Ihre Veränderung hatte auch mit Drogen zu tun: Bereits in den 80er Jahren hatte sie damit Probleme, die immer schlimmer wurden, zu mehreren Überdosen und schließlich zu ihrem Tod führten.

Über Netflix und auf DVD.

7. Brian Jonestown Massacre/Dandy Warhols – Dig!

Dieser Dokumentarfilm beschäftigt sich mit der Hass-Liebesbeziehung zwischen den beiden amerikanischen Bands The Dandy Warhols und The Brian Jonestown Massacre. Sieben Jahre lang sammelte Regisseurin Ondi Timoner Material; in "Dig!" zeigt sie die unterschiedlichen Entwicklungen der beiden Bands. Beim Sundance Film Festival 2004 gewann die Doku den Grand Jury Prize. Von den Musikern wurde der Film kritisiert, da er "unfair" sei.

Läuft auf iTunes.

8. Lady Gaga – Five Foot Two

Paranoia, Angst, Körperschmerzen, Angstzustände: Der Alltag von Lady Gaga ist nicht so glamourös, wie man glauben mag. Der Film "Five Foot Two" zeigt die Sängerin in ein paar dunklen Momenten voller Einsamkeit und Selbstzweifel. Wir sehen Lady Gaga, die eigentlich Stefani Germanotta heißt, bei den Vorbereitungen für ihren Superbowl-Auftritt und kriegen mit, wie sie ihr Team aufklärt: "Ich will das Gegenteil von dem machen, was von mir erwartet wird". Eine schonungslos ehrliche Doku über einen Weltstar, hinter dem sich eine zerbrechliche junge Frau verbirgt.

Gaga: Five Foot Two / Official Trailer



Über Netflix und auf DVD.

9. The Notwist - On Off The Record

"On off The Record" könnte auch "Wir schauen einer Band beim Making Of ihres Albums zu" heißen. Die Band, um die es geht, ist in diesem Fall The Notwist. Das Album, das sie aufnimmt heißt "Neon Golden." Regisseur Jörg Adolph hat die bayrische Indierockband 2002 bei ihren Aufnahmen zu ihrem erfolgreichsten Album begleitet. Der Dokumentarfilm zeigt, dass die Zeit zäh, anstrengend, aber auch höchst kreativ war. The Notwist tüfteln am Sound, diskutieren elektronische Elemente oder den ein oder anderen Groove. Als Zuschauer hat man das Gefühl, ganz nah beim Schaffensprozess der vier Musiker dabei gewesen zu sein.
Haben wir eine wichtige, bedeutende, supergute, vernachlässigte, offensichtliche Musikdoku vergessen? Was muss Deiner Meinung nach noch in die Liste? Schreibt in die Kommentare!

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