Kultur

9 Ausstellungen in Freiburg und Umgebung, die ihr noch bis Ende des Sommers besuchen könnt

Katharina Federl

Genug von Schwimmbad und Gartenpartys und mal wieder Lust auf Kultur? fudder stellt euch Museen in Freiburg und Umgebung vor, die während der Sommerzeit zu interessanten Veranstaltungen einladen.

Atelier 4e, Freiburg: "Häutungen"

Das geht unter die Haut: Noch bis 21. September können die einzigartigen Skulpturen von Minu Ghedina im Atelier 4e in der Riegeler Straße in Freiburg bewundert werden. Mit ihrer Ausstellung "Häutungen" will die österreichische Künstlerin zeigen, dass die Haut nicht nur als eine Schutzhülle fungiert, sondern auch als eine Grenze zwischen innen und außen. Ghedinas realitätsbezogenes Denken ist gerade das Spannende an ihrer Kunst: Sie vergleicht das Anlegen von neuen Häuten etwa mit den ständigen Veränderungen des Menschen von der Geburt bis zum Tod und zugleich mit dem Wandel vom Diesseits in Jenseits, vom belebten in den leeren Körper.

Zur Finissage von "Häutungen"performen ButohTänzerin Lucie Betz und Cellistin Geneviève Mégier am 20. September mit ihrem "ButohCello". Um 19.30 Uhr geht es los, der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Fondation Beyeler, Basel: "Lost in time like tears in rain"

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: In der neuen Sammlungsausstellung "Lost in time like tears in rain" der Fondation Beyeler in Basel/Riehen, die noch bis 1. September zu sehen ist, begibt man sich auf die Spuren der modernen Kunstgeschichte und stellt sich Fragen wie: Welches Verhältnis besteht zwischen Zeit, Kunst und Raum? Oder: Kann Kunst zeitlos sein?

Ausgestellt sind unter anderem klassische Meisterwerke von der berühmten Künstlerlegende Henri Matisse und Highlights des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol. Die Ausstellung füllt das halbe Museum und umfasst rund einhundert Gemälde, Fotografien, Zeichnungen und Skulpturen aus dem Zeitraum zwischen 1883/84 und 2018.

Get lost – im Museumsbau von Renzo Piano und im umliegenden Park der Fondation Beyeler. Tickets sind online erhältlich.

Augustinermuseum, Freiburg: "Schwarzwaldgeschichten"

Was ist dran an den Geschichten und Märchen, die sich um die Region Schwarzwald ranken? Das Augustinermuseum antwortet auf diese Frage mit aussagekräftigen Bildern, die von der unberechenbaren Natur, den Traditionen und Menschen erzählen.

Künstler wie Emil Lugo, Hans Thoma und Wilhelm Hasemann lassen mit saftig grünen Sommerwiesen und tief verschneiten Tannenwäldern, stürmischen Herbstabenden und sonnigen Frühlingsmorgen ein vielschichtiges Bild des klischeebehafteten Schwarzwalds entstehen.

Die Instagram-Wall stellt einen Bezug zur heutigen Zeit her und lässt Besucher und Besucherinnen Teil der Ausstellung werden: Unter dem Hashtag #blackforeststories können sie dort noch bis 6. Oktober ihre eigenen Schwarzwald-Fotos posten.

Der Eintritt kostet 7 Euro, für Studenten 5 Euro. Auch an spannenden Führungen, unter anderem mit Kunsthistoriker Peter Kalchthaler und Theologe Stephan Langer, kann man ohne Aufpreis teilnehmen.

Museum für Neue Kunst, Freiburg: "Freundschaftsspiel"

Die Familie Grässlin aus St. Georgen im Schwarzwald sammelt seit einigen Generationen zeitgenössische Kunst von internationalem Rang. Darunter finden sich bedeutende Künstler wie Isa Genzken oder Mark Dion, die sich auf kontroverse, politische Themen wie Moral und Macht konzentrieren und mit unerwarteten, andersartigen Kunstwerken überraschen.

In der Ausstellungsreihe "Freundschaftsspiel", die man noch bis 8. September sehen kann, treten diese in Dialog mit Werken des Museums für Neue Kunst. Außerdem begleiten Gespräche mit den Künstlern und Künstlerinnen, Führungen und Workshops die Ausstellung, die Interessierte zum weiterführenden Austausch einladen.

Der Eintritt kostet 7 Euro (ermäßigt 5 Euro).

Kunstmuseum, Basel: "William Kentridge: A poem that is not our own"

William Kentridge ist nicht nur einer der bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstler, sondern auch Filmemacher und Regisseur. Sein umfassendes Werk, das sich mittlerweile über drei Jahrzehnte erstreckt, umfasst verschiedene künstlerische Medien wie Animationsfilm, Zeichnung, Theaterinszenierung und Skulptur.

Die Ausstellung "A poem that is not our own", die in enger Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Künstler konzipiert wurde, setzt einen besonderen Fokus auf Migration, Flucht und Prozession in seinen Arbeiten. Manche davon, unter anderem sein neuestes Werk "The Head & The Load", werden zum ersten Mal in Europa gezeigt.

Seine Kunstwerke verteilen sich auf drei Etagen der Abteilung Gegenwart und auf einzelne Räume im Haupt- und Neubau des Kunstmuseums Basel.

Erwachsene zahlen 26, Studierende und Jugendliche bis 19 Jahre 13 Schweizer Franken. Die Ausstellung geht noch bis zum 13. Oktober.

Archäologisches Museum, Freiburg: "Tales & Identities: Deine Entscheidung – deine Geschichte"

Lust auf eine kleine Zeitreise? Das Archäologische Museum Colombischlössle lädt zum digitalen Rollenspiel ein, bei dem es darum geht, in den Charakter einer unserer Vorfahren zu schlüpfen. Ob wilder Krieger, römischer Schuljunge oder reiche Keltin in fließendem Gewand – du entscheidest, welchen Weg du gehst und erlebst deine ganz eigene Geschichte.

Archäologische Funde zeigen, unter welchen Bedingungen die Römer und Kelten wohnten, was sie kochten und welche Kleidung sie trugen. Mit einer App, die extra für die Ausstellung mit Jugendlichen entwickelt wurde, ist es plötzlich ganz einfach, den Alltag unserer Vorfahren nachzuvollziehen.

Die Ausstellung wurde verlängert und ist somit noch bis zum 1. Dezember für 7 Euro (ermäßigt 5 Euro) im Rotteckring 5 zu sehen.

Vitra Museum, Weil am Rhein: "Living in a box. Design und Comics"

Peng! Krach! Bum! Taucht mit der Ausstellung "Living in a box. Design und Comics" des Vitra Design Museums in Weil am Rhein in die Welt der Comics ein. Noch bis 20. Oktober werden Comicstrips, Comichefte und Graphic Novels präsentiert, deren legendäre Möbelstücke und Designklassiker in der Sammlung des Museums real werden.

Ein Comic vermittelt dem Leser ein Bild, das einen Gemütszustand oder eine Atmosphäre schnell und klar erkennen lässt. Dabei greifen die Künstler auf subtile Codes zurück, zu denen auch Design gehört: Sogar der Stuhl, auf dem eine Comicfigur sitzt, sagt etwas über ihre Persönlichkeit und ihren Stil aus. Doch nicht nur Comiczeichner lassen sich inspirieren, auch zahlreiche Designer haben Kunstwerke geschaffen, die aus Geschichten von übermenschlichen Kräften und Lichtgeschwindigkeit bekannt sind.

8 Euro kostet der Eintritt in das Vitra Schaudepot, Jugendliche, Studenten und Senioren zahlen 6 Euro.

Planetarium, Freiburg: Planetarium-Spezial "Sterne über der Südsee"

In Kooperation mit dem Museum für Natur und Mensch präsentiert das Planetarium Freiburg am 15. August die Veranstaltung "Sterne über der Südsee".

Begleitend zur Ausstellung "Südsee – Traum und Wirklichkeit", die noch bis 2. Februar in der Gerberau 32 zu sehen ist, erzählt Dr. Thomas Presper über den südlichen Sternhimmel. Dieser bleibt immer unter dem Horizont, weshalb es für uns Menschen größtenteils unmöglich ist, ihn zu beobachten. Doch im Planetarium kann man auch den hierzulande unzugänglichen Teil des Himmels bestaunen. Somit werden Sternbilder sichtbar, die man vorher wahrscheinlich noch nie gehört hat: der Pfau, das Segel, die Fliege, der chemische Ofen – all das kann man auf einem Streifzug am südlichen Sternhimmel entdecken.

Um 19.30 beginnt der Vortrag, gezahlt werden muss der normale Planetarium-Eintritt.

Museum für Natur und Mensch, Freiburg: Workshops "Tänze der Südsee" und "Aloha Blüten-Lei!"

Passend zur Ausstellung "Südsee – Traum und Wirklichkeit" im Museum für Natur und Mensch werden am Sonntag, 22.September, ein Tanz- und ein Bastelworkshop angeboten.

Von 12 bis 15 Uhr lernen Tanzbegeisterte unter Anleitung von Katrin Lenz verschiedene Tänze der Südsee kennen.Die Bewegungen symbolisieren getanzte Geschichten und drücken kulturelle Verbundenheit zu Heimat, Herkunft und Natur aus.

Anschließend bastelt Lenz mit den Teilnehmern Ketten aus frischen Blumen, die zu den Tanzkostümen der Polynesierinnen getragen werden und für Dankbarkeit, Freunschaft, Respekt und Zuneigung stehen.

Beide Workshops kosten 10 Euro, sie können auch in Kombination gebucht werden. Eine Anmeldung ist bis zum 10. September unter museumspaedagogik@stadt.freiburg.de möglich.