8 Tipps fürs Studieren und Jobben in Basel

Hedwig Scharlipp

Studieren in Basel, wohnen in Freiburg: zu teuer, zu weit weg, unmöglich? Hier sind acht Tipps, die zeigen, dass es sich lohnt, für die Studienwahl einen Blick über die Grenze zu werfen.

850 Franken Studiengebühren pro Semester, circa 130 km Strecke (fast) jeden Tag: das sind Fakten, die zunächst gegen ein Studium an der Universität Basel sprechen. Doch gibt es dort viele interessante Studiengänge, eine erstklassige Betreuung und Infrastruktur. Falls ein Studiengang euer Interesse weckt, solltet ihr euch nicht davon abschrecken lassen, ein Studium an der Uni Basel ernsthaft in Betracht zu ziehen. Folgende 8 Tipps können bei der Entscheidungsfindung helfen.


1. Auslands-BAföG beantragen

Die erste Frage ist häufig: Kann ich mir dieses Studium leisten? Sofern ihr grundsätzlich Bafög-berechtigt seid, lohnt es sich auf jeden Fall, Auslands-Bafög zu beantragen. Zusätzlich zum normalen Bafög werden die Studiengebühren im ersten Studienjahr vollständig übernommen und es gibt einen einmaligen Reisekostenzuschuss von 500 Euro. Das Auslands-Bafög für die Schweiz muss beim Studentenwerk Augsburg möglichst sechs Monate vor Beginn des Auslandsstudium beantragt werden.

2. Fahrtkosten senken

Was kostet es, regelmäßig nach Basel zu pendeln? Die ICE-Fahrt ist zwar schön schnell, für das studentische Budget aber wahrscheinlich zu teuer (ab 305 Euro pro Monat). Bleibt der Regionalzug, mit dem ihr je nach Uhrzeit in 40 oder 57 Minuten in Basel seid. Hierfür benötigt ihr das Semester-Ticket des RVF (siehe Punkt 4) sowie die SchülerRegioCard des RVL, des Regio-Verkehrsbund-Lörrach (alle Zonen). Gesamtkosten pro Monat: 64 Euro. Die Schüler-Regiocard des RVL gilt bis zum Bahnhof Basel SBB. Für Fahrten innerhalb von Basel ist es am günstigsten, das Fahrrad zu nutzen. An den Bahnhöfen gibt es viele gute Abstellmöglichkeiten.

3. Essensausgaben senken

Die Schweiz ist bekanntermaßen sehr teuer. Das günstigste Gericht in der Mensa der Universität Basel kostet 7,50 Schweizer Franken, regelmäßige Mensabesuche sind demnach je nach Budget nicht drin. Es gibt aber Alternativen:
  • Die Äss-Bar in der Nähe des Uni-Hauptgebäudes verkauft Backwaren "frisch von gestern" zu sehr humanen Preisen. Dies schont das Budget und außerdem tragt ihr zur Vermeidung von Food Waste bei.
  • Der Vegi-Mittagstisch der katholischen Universitätsgemeinde: während der Vorlesungszeit jeden Dienstag um 12.15h, für 5 Schweizer Franken.
  • Eigenes Essen mitbringen und in der Mikrowelle der Mensa aufwärmen.

4. Bei Eucor anmelden

Eucor – The European Campus ist ein Zusammenschluss der Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace und Strasbourg sowie des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT). Wenn ihr euch an der Uni Freiburg für Eucor registrieren lasst, erhaltet ihr für 22 Euro pro Semester den Studierendenausweis der Uni Freiburg mit allen Vorteilen: Nutzung der UB und der Mensa, Belegung von Kursen und Vorlesungen und nicht zuletzt die Möglichkeit, das Semester-Ticket zu kaufen.

5. Hiwi-Job an der Uni Basel besorgen

Nach Beginn des Studiums an der Uni Basel solltet ihr versuchen, über den direkten Kontakt zu Dozent und Dozentinnen eine Hiwi-Stelle zu bekommen. Das für deutsche Verhältnisse üppige Hiwi-Gehalt macht es möglich, mit wenigen wöchentlichen Arbeitsstunden über die Runden zu kommen. Die Formalitäten für einen Job in der Schweiz sind überschaubar, die nötigen Dokumente sind hier aufgelistet. Wichtig zu bedenken: Bei Antritt des ersten Jobs in der Schweiz dürft ihr wählen, ob ihr in Deutschland oder in der Schweiz krankenversichert sein wollt. Die Studentenversicherung in Deutschland ist deutlich günstiger als die Schweizer Krankenversicherung, daher fällt die Wahl auf den ersten Blick leicht. Problematisch wird es, wenn man nach dem Studium eine berufliche Laufbahn in der Schweiz anstrebt. Hat man sich einmal gegen die Schweizer Krankenversicherung entschieden, darf man sie auch später nicht mehr in Anspruch nehmen. Dann wird die deutsche Krankenversicherung allerdings teuer, weil man sich freiwillig versichern muss und der Schweizer Arbeitgeber keinen Anteil zahlt. Daher macht es Sinn bei längerfristigen Schweiz-Plänen die Beratung einer Grenzgänger-Agentur in Anspruch zu nehmen.

6. Die Vorteile des Pendelns nutzen

Es kann sehr nervig sein, mehrmals wöchentlich rund zwei Stunden im Zug zu verbringen. Aber seht es am besten einfach positiv: Die Zeit morgens im Zug kann man immer dafür nutzen, die eine oder andere Aufgabe auf den letzten Drücker zu erledigen, wie das wöchentliche Übungsblatt oder das Paper, das noch gelesen werden muss. Was abends nicht mehr geht, einfach auf die nächste Zugfahrt verschieben. Auf der Rückfahrt kann man dann schlafen oder den Blick auf die Vogesen inkluive Sonnenuntergang genießen.

7. In Basel couchsurfen

Wenn die Fahrerei mal überhaupt nicht passt, ihr aber auch eure Kommilitonen noch nicht so gut kennt, dass ihr euch zum Übernachten in ihr Wohnheimzimmer einladen wollt, könnt ihr euch bei Couchsurfing anmelden und nach Gastgebern für eine kostenlose Übernachtung suchen. Bei Couchsurfing sollte es allerdings nicht in erster Linie ums Geldsparen gehen, sondern der Austausch und die interkulturelle Begegnung stehen im Vordergrund. Wer selbst bereit ist, Gäste aufzunehmen oder als Gegenleistung anbietet, für seine Gastgeber zu kochen, wird es bei der Suche auf jeden Fall leichter haben.

8. In Basel günstig entspannen

Zwischen oder nach den Vorlesungen kann man sich am Rheinufer niederlassen und Möwen füttern oder schwimmen, den botanischen Garten direkt beim Uni-Hauptgebäude besuchen und sich zwischen Kakteen und Teichen entspannen oder bei Regenwetter im Kaffeehaus des Unternehmen Mitte Leute beobachten, ohne Geld ausgeben zu müssen, da dort kein Konsumzwang herrscht.

Mehr zum Thema: