7 Dinge, die man beim Fahrradfahren beachten muss

Maryline Boudot

Ein Drittel der Freiburgerinnen und Freiburger steigt täglich aufs Rad. Doch wie war das nochmal mit der Einbahnstraße? Ab wie viel Promille muss ich schieben? Fudder hat sieben Dinge aufgelistet, die man beim Radfahren beachten muss – und bei der Polizei nachgefragt.



1. Steige nicht betrunken auf's Fahrrad

Nach dem Club- oder Kneipenbesuch steigen viele aufs Fahrrad, um den Heimweg anzusteuern. Dabei sollte man aber nicht zu tief ins Glas geschaut haben, denn die absolute Fahruntüchtigkeit liegt bei 1,6 Promille. Eine Radfahrt mit einem überschrittenen Wert ist eine Straftat, wie uns Jerry Clark von der Pressestelle des Polizeipräsidium Freiburg berichtet.
Beim Auto liegt sie übrigens bei 1,1 Promille.

Wer von der Polizei mit einer Überschreitung dieses Limits erwischt wird, für den ist die Fahrt mit dem Rad zu Ende. Außerdem kann es zu einer Geldstrafe sowie Punkten in Flensburg kommen. "Im Nachhinein kann sogar der Führerschein entzogen werden, sofern der Missachter einen besitzt", sagt Jerry Clark. Zudem kann ein Fahrradverbot von sechs Monaten erteilt werden. Wenn es zu Verstößen oder einem Unfall kommt, macht man sich natürlich auch schon mit einem geringeren Promillewert strafbar.

2. Pass’ auf beim Fahren durch Einbahnstraßen

Eigentlich darf eine Einbahnstraße immer nur von einer Seite befahren werden. In manche dürfen Radfahrer von beiden Seiten reinfahren. Aber auch nur, wenn ein entsprechendes Fahrradschild angebracht ist – sonst ist es immer verboten. Für Radfahrer gilt auch in einer Einbahnstraße Rechtsverkehr, da viele Autofahrer das Straßenschild übersehen und nicht mit einem entgegenkommenden Radfahrer rechnen. Das Gleiche gilt, wenn der Radler am Ende der Straße links abbiegen möchte. Er darf dafür nicht nach links oder in die Mitte fahren, sondern muss immer am rechten Straßenrand bleiben. "Natürlich gelten trotzdem weiterhin alle anderen Verkehrsregeln, wie zum Beispiel Rechts vor Links", sagt Polizeihauptkommissar Clark.

3. Transportiere Kinder in einem Fahrradanhänger immer vorschriftsgemäß

Viele Eltern transportieren ihre Kinder in einem Fahrradanhänger. Darin dürfen bis zu zwei Kindern, bis zur Vollendung ihres siebten Lebensjahres sitzen. Außerdem muss der Radfahrer mindestens 16 Jahre alt sein. Der Anhänger muss ein entsprechendes Exemplar zur Kinderbeförderung sein und zudem eigene Vorder- und Rückleuchten sowie Speichenreflektoren vorweisen. "Zur eigenen Sicherheit sollten die Anhänger immer laut Vorschriften des Herstellers genutzt werden", sagt Clark.

4. Fahre nicht auf dem Gehweg, wenn du über zehn Jahre alt bist

Personen über zehn Jahre dürfen mit ihrem Rad nicht auf Gehwegen fahren. "Außer diese sind mit einem weißen Zusatzschild für Radfahrer freigegeben. Diese sind dann aber nicht verpflichtend und der Radfahrer hat dort auch keinen Vorrang", erklärt Clark. Kinder bis acht Jahre dürfen die Radwege auf der Fahrbahn nicht benutzen, sondern müssen auf dem Gehweg fahren.

Zwischen acht und zehn Jahren dürfen die Kinder selbst entscheiden, ob sie auf dem Rad- oder Gehweg fahren möchten. Viele Eltern konnten ihre Kinder vom Radweg aus schlecht beaufsichtigen." Die Regelungen hat sich Anfang des Jahres verändert", sagt Jerry Clark. "Nun dürfen Erwachsene die Kinder auch auf dem Gehweg begleiten, dabei gilt aber Schrittgeschwindigkeit. Außerdem muss die Begleitperson mindestens 16 Jahre alt sein."

5. Beachte die verschiedenen Fahrradstreifen

Vielen Radfahrern ist nicht bewusst, dass es verschiedene Fahrradstreifen gibt. Man muss zwischen Radfahrstreifen und Radfahrschutzstreifen unterscheiden. Radfahrstreifen sind durchgezogene Linien, von der Fahrbahn getrennt. Radfahrer sind verpflichtet, diese zu nutzen, sagt der Polizeihauptkommissar. Autos ist es verboten, auf diesen Wegen zu fahren oder gar zu parken. Radfahrschutzstreifen sind durch gestrichelte Linien von der Fahrbahn getrennt. Autofahrer dürfen diese in erforderlichen Fällen befahren und dort sogar für eine kurze Zeit halten. "Aber nicht parken, das heißt nicht länger als drei Minuten dort stehen", sagt der Polizeihauptkommissar.

6. Fahre nie auf der in Fahrtrichtung linken Straßenseite

Genau wie im Straßenverkehr gilt auch beim Radfahren Rechtsverkehr. Natürlich muss auf der Fahrbahn rechts, neben dem Bordstein gefahren werden, dies gilt aber auch für die Radwege. Es sei denn, diese sind ausdrücklich für beide Fahrtrichtungen freigegeben. Dies dient eurer eigenen Sicherheit, denn die anderen Verkehrsteilnehmer richten sich nach diesem Prinzip und rechnen nur in den wenigsten Fällen mit einem von vorne oder beim Abbiegen von rechts kommenden Radfahrer. "Bei Missachtung der Regel dürfen die Beamten ein Bußgeld von 10 Euro verordnen", so Clark.

7. Konsequenzen einkalkulieren

Wer die Fahrrad-Regeln missachtet, muss mit Konsequenzen rechnen. Das Befahren einer Fußgängerzone oder eines Gehwegs, der nicht für Fahrradfahrer zugelassen ist, kostet zum Beispiel 15 Euro. Mit 20 Euro muss man rechnen, wenn man einen beschilderten Radweg nicht benutzt. Wenn es dabei zu einem Unfall kommt, sind sogar 35 Euro fällig. So ist es auch bei fehlendem Licht und einer Unfallfolge. Wer beim Radfahren sein Handy benutzt muss ebenso 35 Euro blechen. Die Strafe für die Missachtung einer roten Ampel liegt sogar bei 60 Euro.

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