7 Dinge, die ich in Freiburg als Schwabe vermisse

Felix Klingel

Schmäht mich, geißelt mich, gebt mir Tiernamen: Ich bin Schwabe. Und obwohl Freiburg eine tolle Stadt ist, gibt es ein paar Dinge, die ich als Schwabe in der Diaspora vermisse.



1. Die Hymne

Nicht falsch verstehen: Das Badnerlied ist super! Aber irgendwie kommt es doch sehr militärisch daher. Uff-Tata! Uff-Tata! Von einigen umgedichteten Textstücken will ich gar nicht anfangen (Ja, ich weiß, der Schwab muss raus). Daher vermisse ich das niedliche, unschuldige Liedgut aus dem Schwabenland: "Uff de schwäb’sche Eisebahne, gibt’s gar viele Haltstatione" … singt hier nur keiner mit.



2. Der Dialekt

In Freiburg spricht man bald besseres Hochdeutsch als in Hannover. Jeder (ich eingeschlossen) versteckt seinen Dialekt, um nicht wie der letzte Dorftrottel rüberzukommen. Oder sich als Schwabe zu outen. Meistens verrät einen aber das isch. Also: mehr Mut zum Dialekt. Vor allem die Schwaben (ich weiß, es gibt euch, auch wenn ihre euch versteckt).

3. Der Konjunktiv

I däd gern zahle. Oder: dürft i do mol vorbei . Die schwäbische Kommunikation spielt sich eigentlich komplett im Konjunktiv ab. Praktisch: Lässt sich der Wunsch des Schwaben gerade nicht erfüllen, gibt es immer noch ein Hintertürchen, um aus der Situation herauszukommen. Den Konjunktiv hört man in Freiburg viel zu selten.

4. Die schwäbische Brezel

Das hat sich fast erledigt: Nach dem Brezel-Gate (Freiburger Vorzeigebäcker verkauft schwäbische Tiefkühl-Brezeln) gehe ich einfach zu Pfeifle. Wie groß die Schwabenliebe zur Brezel ist, hat übrigens MC Bruddal in ein Lied gepackt:



5. Kehrwoch

OK, wird gestrichen. Es gibt nichts Schlimmeres.

6. Die Stückle-Kultur

Das schwäbische Stückle ist ein Acker, der wie ein Garten genutzt wird. In Freiburg gibt es zwar einige Schrebergärten, doch ein Stückle wird längst nicht so ehrgeizig betrieben. Meistens stehen ein paar Apfelbäume drauf, ein paar Ster Holz – das war’s. Es gibt weder Zaun noch Häuschen. Außerdem liegt das Stückle meist weit außerhalb der Stadt. Die Jüngeren feiern im Sommer hier ihre Feste, die Älteren machen eine Hocketse (=gemütliches Zusammensitzen).

7. Die Datschkapp

Klar, es gibt sie auch in Freiburg, Baden und ganz Deutschland. Aber hier sieht man sie nicht so häufig. Die Datschkapp (deutsch: Schiebermütze) ist einfach in Schwaben zu Hause. Kein Mensch kann sie würdevoller tragen als ein älterer Schwabe mit bescher Cordjacke und blauer Schaffer-Hose. Schließlich flattert im Ländle mit dem Rentenbescheid direkt auch eine Datschkapp ins Eigenheim.

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