61-Jähriger schwer verletzt, weil er einer jungen Frau helfen wollte

Simone Lutz

Er zeigte Zivilcourage und wurde dabei schwer verletzt: Am Freitag half ein 61-Jähriger einer jungen Frau in der Habsburgerstraße, die von einem Mann belästigt wurde. Als der 61-Jährige die Polizei rufen wollte, griff ihn der Mann an.

Der 61-jährige Helfer liegt nun mit offenem Schädelbruch und zertrümmertem Jochbein im Krankenhaus. Die Polizei verhaftete den Täter und lieferte ihn in eine psychiatrische Klinik ein.


Es war am Freitag gegen 19 Uhr, als der Helfer, der in der Habsburgerstraße ein Ladengeschäft betreibt, dort von einer 18-Jährigen angesprochen wurde: Sie sei von einem Mann sexuell belästigt worden und traue sich nicht mehr auf die Straße. Nach Polizeiangaben hatte der Täter ihr an der Brust gegriffen und sie beleidigt.

Der 61-Jährige bot ihr deshalb an, sie zu begleiten. Auf der Straße wollte er per Handy die Polizei rufen, als ihn der 31 Jahre alte, offensichtlich drogenabhängige Mann von hinten angriff. Die Polizei spricht von einem Faustschlag und einem Tritt ins Gesicht, die Lebensgefährtin des 61-Jährigen von einem Schlagring. Während der Täter flüchtete, wurde der heftig blutende Mann von den herbeigerufenen Rettungskräften in eine Klinik gebracht.

Der Täter wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert

Aufgrund der Personenbeschreibung konnte die alarmierte Streife des Polizeireviers Freiburg-Nord einen amtsbekannten 31 Jahre alten Mann als dringend Tatverdächtigen in seiner Wohnung festnehmen. Er stand mit hoher Wahrscheinlichkeit unter dem Einfluss von Drogen und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Er wird sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung verantworten müssen.

Die Lebensgefährtin des Helfers musste sich bei aller Sorge um ihren Partner auch noch über das Finanzamt ärgern. Der 61-Jährige hätte sich am Montag dort melden sollen, um über Schulden zu verhandeln, die sich beim Umbau der Habsburgerstraße angehäuft hatten – die Bauzeit hatte allen Geschäftsleuten der Straße schwer zu schaffen gemacht. "Beim Finanzamt hat sich die Mitarbeiterin, als ich sie anrief, nicht dafür interessiert, was ihm passiert ist, sondern nur für das Geld. Sie hat nicht mal ’Gute Besserung’ gesagt", so die Lebensgefährtin.