6 Tipps für die Erasmus-Vorbereitung

Lisa Göllert

Papierkram, Telefonate und etliche Wohnungsanzeigen: Erasmusvorbereitungen können zeitaufwendig und anstrengend sein. Wenn Du diese sechs Dinge bei deiner Planung beachtest, kann dein Auslandssemester starten!



1. Beurlaubung

Wenn du ins Ausland gehst, kannst du dich von deiner Heimatuni beurlauben lassen – musst aber nicht! Das bedeutet: Nur die Anzahl deiner Hochschul, nicht die deiner Fachsemester steigt. Semesterbeitrag musst du trotzdem zahlen, der fällt aber bei Beurlaubung etwas niedriger aus.

Antrag auf Beurlaubung muss an der Uni Freiburg im Studierendensekreteriat abgegeben werden – plus einem Zulassungsbescheid der ausländischen Hochschule. Achte darauf, dass du dich nur im Zeitraum der Rückmeldung für das nächste Semester beurlauben lassen kannst.

Wann lohnt sich eine Beurlaubung? Wenn du weißt, dass du keine Credits in dem Semester deines Auslandsaufenthaltes an deiner Heimatuni machen willst. Denn häufig endet das Semester im Ausland früher und du könntest Klausuren am Ende des deutschen Semesters noch mitschreiben. Frage ist, ob du dir diesen Stress nach deinem Auslandssemester antuen willst.

2. Learning Agreement

Viel rumgerenne, rumgeklicke und entnervte Gesichter. Das Learning Agreement sorgt für den ein oder anderen Schweißausbruch. Aber an dieser Stelle: Es ist alles halb so wild! Das Learning Agreement I – das du Zuhause erstellst – ist ein grober Fahrplan für dein Auslandssemester. Also such dir Kurse raus, die halbwegs passen und komm am besten auf circa 30 ECTS-Punkte.

Wichtig: Das heißt nicht, dass du wirklich 30 ECTS am Ende des Semesters erreichen musst. Informiere dich aber bei Heimat- und Gastuni, wie hoch die Mindestanzahl erreichter ECTS sein muss. Wenn du erst mal an deiner Gastuni angekommen bist, wird die Hälfte der Kurse aus deinem Learning Agreement I wahrscheinlich nicht so stattfinden wie gedacht und du erstellst deinen finalen Kursplan – das Learning Agreement II. Da solltest du dir dann wirklich überlegen, welche Fächer dich interessieren und wie viel ECTS du machen willst.

3. Wohnung

Wohnungssuche im Ausland ist nicht die schönste Freizeitbeschäftigung. Und wenn du einen Monat vor Abreise immer noch nichts hast und deine Eltern dich bereits mehrmals entgeistert kontaktiert haben, dass du jetzt wahrscheinlich unter der Brücke im Ausland schlafen musst, dann atme tief ein und wieder aus: Das wird schon!

Allerdings ist die Wohnungssuche via Internetrecherche wirklich nicht das Einfachste. Lösung: Du könntest vor Semesterstart im Ausland früher anreisen, dir ein Hostel mieten und vor Ort entspannt suchen. Vor allem in den südlichen Ländern läuft Wohnungsvermietung recht spontan und kurzfristig ab. Wenn du dich aber bereits Zuhause informieren willst, schau am besten online. Zum Beispiel unter idealista.es für Spanien, boplats.se für Schweden oder appartager.com für Zimmer in Frankreich. Ansonsten schau mal in Facebook-Gruppen zum Thema Wohnungssuche für die jeweilige Stadt.

4. Finanzen, Versicherung, Handy-Tarif

Es ist echt nicht das Erste, an was man denkt, wenn man ein Auslandssemester plant. Aber stell dir vor der Abreise ein paar Fragen. Zum Beispiel zum Thema Finanzen: Habe ich eine Kreditkarte? Wenn nein, brauche ich eine Kreditkarte? Fallen zum Abheben mit meiner EC-Karte im Ausland Gebühren an und kann ich nur bis zu einer bestimmten Geldsumme abheben?

Das Geld des Erasmusprogramms wird sicher nicht zum Leben reichen. Daher: Habe ich noch finanzielle Rücklagen? Gibt es vielleicht ein Stipendium mit Auslandsförderung? Job im Ausland oder Eltern, die dich unterstützen? Genauso zum Thema Versicherung: Brauche ich eine extra Auslandskrankenversicherung? Wenn nein, welche Behandlungen deckt meine Versicherung im Ausland ab, welche muss ich extra bezahlen? Und zum Handy: Auch wenn es keine Roaming-Gebühren im europäischen Ausland mehr gibt, überleg dir, ob du zu einem Anbieter deines jeweiligen Gastlandes wechseln willst.

5. Sprache: Die Sprache

Klar, ist es wichtig, die Sprache deines Gastlandes so gut wie möglich zu sprechen. Aber überleg dir, was für dich im Semester vor deiner Abreise Priorität hat. Üb die Sprache vielleicht in einem Kurs oder ab und zu mit einem Tandempartner, aber richtig lernen, kannst du sie immer noch vor Ort und damit solltest du dich nicht stressen! Schau aber im Voraus, ob du dich an deiner Gastuni für einen Sprachkurs oder ein Buddy- oder Tandemprogramm anmelden kannst. Sowas ist meist billiger als externe Kurse und sehr hilfreich.

6. Soziales

Du bist meist nur ein oder zwei Semester im Ausland und wanderst nicht aus! So solltest du das auch deiner Familie und deinen Freunden vermitteln. Also wenn du keinen Bock auf eine große "Eramus-Verabschiedungsparty" hast, dann lass es und entspann dich lieber vor der Abreise. Genauso auch vor Ort: Ob du in der berühmt-berüchtigten Erasmusblase am Ende festsitzen wirst, kannst du jetzt nicht wissen. Fazit: Probiere alles zu erledigen, entspann dich und sei vor Ort offen für Neues! Es wird sicherlich eine der aufregendsten Zeiten deines Studiums!

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