5 Freiburger Männer haben uns gezeigt, was sie in ihren Handtaschen haben

Laura Maria Drzymalla

Ein Mann - eine Hosentasche? Schon lange nicht mehr. Männliche Handtaschen sind längst salonfähig geworden. Doch was befindet sich darin? Wir haben fünf junge Freiburger gebeten, uns ihren Tascheninhalt zu zeigen - und haben gelernt, dass diese auch Stirnlampen, Postkarten von Mama und Schokomarienkäfer beherbergen können.



Das Statussymbol der Handtasche ist ja in erster Linie ein feminines. Die Tiefen der Damentaschen versprechen ein Mysterium, dem die meisten Männer ehrfurchtvoll gegenüberstehen. Während die Frau meist ein inniges, gar tief persönliches Verhältnis zu ihrer Tasche und deren Inhalt pflegt, scheint der Mann per se vom Phänomen, mehr als Geldbeutel und Smartphone dabei zu haben, nicht besonders angetan. Die meisten Männer sind also konsequenterweise Hosentaschenträger. Trägt ein Mann tatsächlich eine Tasche, dann ist diese oft nur funktional. Maskulin. Sie vermittelt ein Statement.


Der Sportler vermittelt körperliche Fitness durch die je nach Sportgerät geformte schwarz-rote Sporttasche, der Banker präsentiert höchste Verantwortung durch das erhabene Schwingen der Macht ausstrahlenden Aktentasche, der Naturbursche zeigt Erdverbundenheit und wilde Abenteuerlaune durch den olivgrünen Rucksack von Jack Wolfskin. Du siehst diesen Mann, du weißt, was du bekommst.

Zwischen all den Stereotypen bewegt sich nun auch still und leise der eine Mann ohne Statement. Der Turnbeutelträger. Der mit der braunen Ledertasche ohne Riemen. Der mit der Bauchtasche.
Der, dessen Lebensgefühl wir nicht mehr oberflächlich an seiner Taschenwahl ablesen können.
Der, dessen Taschenwahl ein feines Gespür für Modebewusstsein erahnen lässt.

Letztere werfen das vertraute Konzept von männlicher Wildheit und vermittelter Spontaneität durcheinander, denn der junge Mann von heute muss nicht selten erst mal seinen passenden Jutebeutel mit dem filigranen Print aus London packen, bevor er mit dir die Welt erobert. Natürlich, die Smartphones werden größer, Männerhosen werden enger und ja, irgendwie sieht die, durch das Portemonnaie verbeulte, Hosentasche am Po doch gar nicht mal so gut aus.

Doch was ist mit denn aus der Hosentasche geworden, fragt man sich. Was tragen diese Männer nun in ihren Taschen, was über all die Jahre in die Jeanstasche passen musste? Schlauchschal, Buch und Tabakbeutel? Kaugummi, I-Pad und Mate-Tee?

Darius, 23 Jahre alt, schwarzer Jute-Turnbeutel:


Der Mann:




Die Tasche:



„Der Beutel war ein Geschenk, den hat mir ein Freund aus Basel mitgebracht. Er hat den gleichen und war der Meinung, ich brauche auch dringend so einen. Ich finde ihn praktisch, es ist ein gutes Zwischenmaß zwischen „gar keiner Tasche“ und einer Umhängetasche. Allerdings habe ich ganz viele verschiedene Taschen, ich kann´s nicht haben, wenn ich was in den Hosen tragen muss.“

Der Inhalt:



Ingmar, 36 Jahre alt, Besitzer einer grauen riemenlose Aktentasche:


Der Mann:




Die Tasche:



„Die Tasche hab ich ehrlich gesagt vom Sperrmüll. Ich bin ganz spontan an einem vorbei gefahren und da stand sie auf einmal. Ich wusste, ich muss sie haben, es war Liebe auf den ersten Blick. Männertaschen können locker und lässig aussehen, ich finde, sie gehören definitiv zu einem stimmigen Gesamtkonzept dazu.“

Der Inhalt:




Nikolas, 20 Jahre alt, Besitzer eines schwarzen Brustbeutels:


Der Mann:




Die Tasche:



„Eigentlich hab ich mir den Brustbeutel für eine Reise gekauft, um ihn aus praktischen Gründen zu verwenden. Der Bauchtaschentrend hat mich zu der Zeit extrem genervt, weil ich das so prollig fand. Dann hab ich aber den Brustbeutel wieder im Schrank gefunden und dachte mir, eigentlich bekomme ich da alles rein, was ich brauche. Modische und praktische Gründe gehen da einher.“

Der Inhalt:




Tobi, 26 Jahre alt, Besitzer eines dunkelblauen Shoppers:



Die Tasche:




„Die Tasche hat 120 Euro gekostet. Für den Alltag ist der Rucksack oft praktischer, aber sonst mag ich Taschen lieber. Ich hab immer viel dabei und gehe auch mal einkaufen, da brauche ich eine Verstaumöglichkeit. Der klassische Mann sagt immer, das sei nur was für Frauen, aber das ist ja keine Frauenhandtasche.“ 

Der Inhalt:




Benjamin, 20 Jahre alt, Besitzer einer grün-cremefarbene Umhängetasche:


Der Mann:




Die Tasche:




„Die Tasche war ein Geschenk von meiner Schwester. Es ist die erste Tasche, die ich in der Hand trage, davor waren es nur Rucksäcke wie Eastpacks. Ich finde, Handtaschen sind schon längst nicht mehr nur Frauensache und solange sie nicht zu schwer werden, trage ich sie weiterhin an den kurzen Henkeln. Außerdem habe ich den passenden grünen Geldbeutel dazu.“

Der Inhalt:




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[Fotos: Laura Maria Drzymalla und Corinna Wölm]