5 Freiburger erzählen von ihrer Grundausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr

Andreas Palzer

Retten, löschen, bergen und schützen: Im Rahmen unserer Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr stellen wir fünf Freiburger vor, die ihre Grundausbildung abgeschlossen haben – und sich nun ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagieren.

Lea, 25 Jahre, Lehramtsstudentin

Lea

Lea, wie bist du auf die Feuerwehr aufmerksam geworden?


Lea: Aus Eigeninteresse, weil ich mich ehrenamtlich engagieren wollte – und da ist Feuerwehr einfach das Beste. Leider ist mir das erst so spät, gegen Ende meines Studiums, klar geworden.

Was gefällt dir am Grundlehrgang?

Dass man lernt, wie man als "Löschi" arbeitet. Außerdem arbeitet man mit ganz unterschiedlichen Leuten und lernt, bei jeder Gruppenkonstellation und Aufgabe gut zusammen zu arbeiten. Und der Spaß kommt natürlich bei so einer Gruppe nicht zu kurz.

Sonst etwas das du loswerden möchtest?

Schade, dass ich nicht schon vor Jahren zur Feuerwehr gekommen bin!

Dennis, 19 Jahre, Lehramtsstudent

Dennis

Dennis, wie bist du auf die Feuerwehr aufmerksam geworden?


Dennis: Aufmerksam wurde ich im Laufe meiner Schulzeit. Genauer gesagt durch meinen Chemielehrer, der selbst in einer Freiwilligen Feuerwehr tätig ist. Neugierig habe ich ihn immer wieder mit Fragen gelöchert, aber aus Zeitgründen nie eine Jugendfeuerwehr besucht.

Als ich dann vor einem Jahr mein Studium begonnen habe, und durch verschiedene Öffentlichkeitsarbeit erneut auf die Feuerwehr aufmerksam wurde, dachte ich, es könne nicht schaden, eine Übung der Feuerwehr zu besuchen. So ist es dann dabei geblieben und ich bin der Feuerwehr beigetreten.

Was gefällt dir besonders an der Feuerwehr?

Es ist vor allem der Zusammenhalt, alle Aufgaben werden gemeinsam gemeistert oder nicht, keiner steht alleine da. Außerdem ist es für mich persönlich ein Ausgleich zum recht monotonen Studienalltag, man trifft sich, macht Übungen, Sport oder grillt zusammen.
Und am Grundlehrgang? Endlich darf man selbst auf eine Leiter oder ans Strahlrohr, Kindheitsträume werden wahr! Man lernt viel Neues, sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis und fühlt sich selbst immer besser aufgehoben.

Möchtest du sonst noch etwas loswerden?

Klar gibt es Gefahren oder Respekt vor bestimmten Dingen, vielleicht kostet es Überwindung ungesichert auf eine Leiter zu steigen oder sich im Dunkeln zu bewegen. Aber man muss da niemals alleine durch.
Die Feuerwehr ist ein ernstes Thema, keine Frage. Dennoch hat man sehr viel Spaß und dazu eine "sinnvolle Freizeitbeschäftigung". Ich kann nur jedem empfehlen, schaut bei einer Übung zu und macht euch euer eigenes Bild, denn vielleicht springt dann wie bei mir der nötige Funke Begeisterung über.

Dominic, 24 Jahre, Elektriker

Dominic

Dominic, wie bist du auf die Feuerwehr aufmerksam geworden?


Dominic: Einerseits durch meinen Vater, der hauptberuflich als Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr Freiburg arbeitet. Andererseits ist es das Technische, Kameradschaftliche und die Besonderheit, Menschen in Not zu helfen.

Was gefällt dir besonders an der Feuerwehr?

Sich Herausforderungen zu stellen und sie im Team zu meistern!

Und was gefällt dir am Grundlehrgang?

Die uns gestellten Aufgaben im Team, mit den Kameraden und Kameradinnen zu bewältigen. Natürlich freue ich mich über das neu gewonnene Wissen, dass mich nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch im Beruf weiter bringt.

Jan, 40 Jahre, Sozialarbeiter

Jan

Jan, wie bist du auf die Feuerwehr aufmerksam geworden?


Jan: Viele Freunde in benachbarten Ortschaften sind in der Feuerwehr. Irgendwie hat es mich schon immer begeistert, dass sie ihre Freizeit für das Gemeinwohl aufbringen. Davon wollte ich ein Teil sein.

Was gefällt dir besonders an der Feuerwehr?

Am meisten macht es mir Spaß neue Dinge zu lernen. Viele praktische Dinge die man auch im Alltag sehr gut gebrauchen kann. Das beginnt bei den einfachsten Dingen wie zum Beispiel richtige Knoten machen.

Was gefällt dir am Grundlehrgang?

Insgesamt ist es einfach spannend zu erleben wie Feuerwehrtaktik funktioniert. Nicht jeden Tag hat man die Gelegenheit ein altes Auto in kleine Stücke zu zerteilen.

Sonst etwas das du loswerden möchtest?

Meistens macht es wirklich Spaß. Immer mal wieder ist es aber auch echt anstrengend. Manchmal ist es eben nicht einfach alles mit Vollzeit arbeiten und Familie zu vereinen. Aber unterm Strich bin ich wirklich froh, dass ich mich dazu entschieden habe.

Stefan, 17 Jahre, Azubi

Stefan

Stefan, was war das Beste an der Jugendfeuerwehr?


Stefan: Besonders gefallen hat mir die Gemeinschaft und der große Spaß während der Wettkämpfe und Jugend-Abende.

Und jetzt freust du dich darauf bald ein Teil der Einsatzabteilung zu sein?

Oh ja! Am meisten treibt mich der Gedanke an, bald anderen Menschen wirklich helfen zu können. Zusätzlich freue ich mich natürlich auch auf die Gemeinschaft und auf die Kameradschaft bei den "Großen".

Wie gefällt dir der Grundlehrgang?

Der Grundlehrgang ist voll lustig und gut. Die Ausbilder sind nett und mit denen kann man auch mal ein paar kleine Späße machen.

Und was machst du neben der Feuerwehr?

Außerhalb der Feuerwehr gehe ich gerne Klettern und besuche die Schule.
Die Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr - Der Grundlehrgang

Die erforderliche Ausbildung für die Arbeit bei der freiwilligen Feuerwehr wird in Baden-Württemberg in der sogenannten Verwaltungsvorschrift Feuerwehrausbildung geregelt. Hinter dieser etwas sperrigen Beschreibung steht ein Ausbildungsplan, der zum Beispiel regelt, welchen Stundenumfang die jeweiligen Lehrgänge haben und welche Lehrgangsziele erreicht werden müssen.

So wird für den ersten Lehrgang bei der Feuerwehr, dem sogenannten Grundlehrgang, nachfolgendes Ziel beschrieben: Befähigung zur Übernahme von grundlegenden Tätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz in Truppmannfunktion. Dahinter stecken viele kleine Detailaufgaben, die von den Feuerwehrfrauen und –männern am Ende des Lehrgangs beherrscht werden müssen.

Dazu zählt das schnelle und zielsichere Verlegen von Schläuchen genauso wie das Aufstellen von tragbaren Leitern zur Menschenrettung, die Befreiung von Personen etwa nach einem Verkehrsunfall oder die Fähigkeit den richtigen Knoten für den richtigen Einsatzzweck nahezu blind zu meistern. Auch wenn man es nicht unbedingt erwartet, Feuerwehrangehörige werden ebenfalls im Thema Rechtskunde unterrichtet. In einem Notfall muss die Feuerwehr immer wieder ungefragt fremde Wohnungen betreten. Damit greift man unmittelbar in die Grundrechte der Menschen ein.

Deshalb ist es wichtig zu wissen welche Gesetze bei der Arbeit in der Feuerwehr beachtet werden müssen. Mehr Infos zu den Ausbildungsinhalten findet man in den Unterlagen der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg. Diese ist die höchste Feuerwehr-Ausbildungsstelle im Land.

Engagieren bei der Freiwilligen Feuerwehr

Bei der Freiwilligen Feuerwehr kann prinzipiell jeder mitmachen. Es gibt nur eine körperliche Voraussetzung – die Atemschutztauglichkeit beziehungsweise die Feuerwehrtauglichkeit. Bei einer ärztlichen Untersuchung wird dabei geklärt, ob der oder die Interessierte ein Atemschutzgerät tragen kann und ob er körperlich für die Arbeit bei der Feuerwehr geeignet ist.

Die anschließende Ausbildung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau beginnt mit einem Grundlehrgang, der sechs Wochen dauert mit etwa 70 Ausbildungsstunden à 45 Minuten. Danach geht es in die regelmäßigen Übungen der Feuerwehr und auf Einsätze. Außerdem kommen noch weitere Lehrgänge hinzu, zum Beispiel für Sprechfunk oder für Atemschutzgeräte.

Wer Interesse hat, sich zu engagieren, kann sich hier melden: Feuerwehr Freiburg

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