5 Antworten: Was macht eigentlich der Klimamanager der Uni?

Claudia Kornmeier

Marcus Siefert ist seit dem 1. Januar Klimamanager der Uni Freiburg. Dass die Universität einer "Green City" eine solche Stelle schafft, überrascht nicht. Aber: was macht so jemand eigentlich?

 

Der Antwortgeber:

Marcus Siefert ist Klimamanager der Uni Freiburg. Die Stelle ist neu, der Volkswirt Marcus Siefert nicht. Schon zuvor war er im Bereich EDV bei der Stabstelle Umweltschutz tätig und Mitglied des AK Nachhaltige Universität. Seine Stelle wird mit Geldern des Bundesumweltministeriums aus der Klimaschutzinitiative für drei Jahre finanziert, und hat zum Ziel die Energiekosten der Uni zu senken.
 

Wie wird man vom Volkwirt zum Klimamanager?

Ich habe mich schlicht auf die Stelle beworben. Die Universitätsleitung hatte außerdem entschieden, die Stelle mit einem Kaufmann zu besetzen. Zuvor war auch im Gespräch, einen Ingenieur einzustellen. Die Abteilung Technisches Gebäudemanagement liefert aber schon eine gute technische Basis. Erforderlich war vielmehr ein Koordinator. Jemand, der eine Verbindung zwischen den Technikern und den Gebäudenutzern herstellt.

Was machen Sie genau?

Ich betreue vor allem das Projekt „Dezentrale monetäre Anreize zur Energiesparung“. Dabei geht es darum, Energie durch eine Verhaltensänderung der Nutzer der Unigebäude einzusparen. Im Moment nehmen zehn Gebäude an dem Projekt teil. Ich greife konkrete Vorschläge der Gebäudenutzer auf, z.B. die Installation von Bewegungsmeldern, und trage sie an die Techniker oder auch das Uni-Bauamt weiter, um eine Umsetzung zu diskutieren.

45 Prozent der Energieeinsparungen gehen an die Gebäudenutzer zur freien Verfügung zurück. Sie können sich also aussuchen, ob sie von den Mitteln neue Leute einstellen, Computer oder neue Bücher kaufen wollen. Eine Verhaltenssteuerung funktioniert eben am besten über den eigenen Geldbeutel. Wichtig ist mir, dass es dabei nicht um eine Bevormundung geht, sondern darum, das Wissen und die Anregungen der Gebäudenutzer aufzugreifen, um so einen Vorteil für die gesamte Uni daraus zu ziehen.

Wie haben die Gebäudenutzer auf das Projekt reagiert?

Manche waren zögerlich. Befürchtungen, das Projekt könnte zuviel Arbeitszeit kosten, standen im Raum. Die meisten haben aber aufgeschlossen reagiert. In einem Feldversuch haben wir das Projekt in den Gebäuden der Psychologen und Biologen in den letzten drei Jahren auf seine Machbarkeit hin untersucht. Im Ergebnis wurden mehrere 10.000 Euro pro Jahr eingespart. Ein voller Erfolg also. Die Mitarbeiter dort dienen jetzt als Multiplikatoren für das Projekt.

Hat sich jemand beschwert, nicht an dem Projekt teilnehmen zu können?

Ja, wobei ich nicht sagen würde 'beschwert'. Es bestand lediglich Interesse von Mitarbeitern, deren Gebäude wir nicht für die jetzige Projektphase ausgewählt hatten, an dem Projekt teilzunehmen. Die Auswahl der Gebäude erfolgte aber nach reinen Machbarkeitskriterien. Besondere Schwierigkeiten machen Gebäude, die parallel von verschiedenen Nutzern als Labor- und als Bürogebäude verwendet werden, und wo eine genaue Zuordnung der Energiekosten nicht möglich ist, weil entsprechende Zähler fehlen.

Was geschieht nach Ablauf der drei Jahre Förderzeit?

Ich denke, die Stelle wird mit Sicherheit nicht verschwinden. Die Förderung durch das BMU dient als Anschubfinanzierung. Danach werden wir sehen. Das Thema Klimaschutz wird jedenfalls nicht an Wichtigkeit verlieren. Ich könnte mir vorstellen, dass die Stelle vielleicht sogar mit einem weiteren Mitarbeiter ausgebaut wird.

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