5 Antworten: Was geht bei Breakdownsouth?

Daniel Weber

Am Samstag steigt im Haus der Jugend die Break-Dance-Veranstaltung 'Breakdownsouth'. Es ist inzwischen die sechste Auflage des Tanzbattles, das gemeinsam vom Haus der Jugend und dem Kinder- und Jugendzentrum Weingarten veranstaltet wird. Florian Hahn, 41, leitet die Organisation des Festivals und hat Daniel erzählt, was am Samstag auf dem Programm steht, ob er selbst auch breakdance kann, und warum es die letzte Breakdownsouth dieser Art sein wird.



Seit sechs Jahren gibt es 'Breakdownsouth!. Wie hat sich die Veranstaltung in dieser Zeit entwickelt?

Florian Hahn: Sie hat sich sehr gut entwickelt! Vor sechs Jahren kamen Jugendliche auf uns zu mit der Aussage, dass es in anderen großen Städten solche Tanzveranstaltungen gebe. In Freiburg aber nicht. Dann haben wir uns zusammengesetzt und den 'Breakdownsouth' ins Leben gerufen. Das wurde gut aufgenommen und die Veranstaltung hat sich inzwischen von einem regionalen zu einem überregionalen und internationalen Event entwickelt.

Wir haben Teilnehmer aus der ganzen Region dabei. Dazu Crews, die etwa aus Ulm kommen oder auch Tänzer aus Frankreich, der Schweiz, Österreich und wenn es klappt, in diesem Jahr auch aus Marokko. Insgesamt werden dann, wenn man alt und jung zusammenzählt, bis zu 300 Tänzer dabei sein. Dazu kommen nochmal etwa so viele Zuschauer. Da ist dann schon was los.

Wie wird die Veranstaltung am Samstag genau aussehen?

Der Tag besteht praktisch aus zwei verschiedenen Veranstaltungen. Am Nachmittag findet der Nachwuchs-Contest statt, an dem Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren als Crew teilnehmen und gegeneinander antreten können. Uns ist wichtig, dass sich die Kids trauen zu tanzen. Da ist es egal, ob man schon ein bisschen Tanzen oder Breaken kann oder eben nicht. Es geht um den Spaß, ums Ausprobieren. Je Gruppe darf auch ein älterer Teilnehmer dabei sein, der die Kids ein bisschen führt und anleitet. Am Abend findet dann der Crew-Battle statt. Da werden auch super Crews dabei sein.

Zudem haben wir noch DJs und Judges aus der Szene dabei. Ich freue mich schon darauf, zu sehen, mit welcher Kreativität die Tanzer dabei sein werden. Für mich als Pädagoge ist es zudem immer wieder besonders spannend, zu erleben wie sich die Tänzer und Jugendlichen dort begegnen. Tanz ist ja auch Kommunikation, geprägt von Respekt und Toleranz.

Ist Freiburg eine Break-Dance-Stadt?

Ich erlebe es in den letzten Jahren auf jeden Fall mit, dass es schon eine Tanzbwegung gibt. Speziell der Hip Hop-Bereich und die Break-Dance-Szene sind immer beliebter geworden. Die Tanzschulen bieten ja inzwischen auch Kurse an und machen Veranstaltungen. Die Jugendlichen identifizieren sich wirklich damit. Es hat zwar nicht diesen Großstadtcharakter, aber die Szene wächst immer mehr.



Und Du? Bist Du selbst Tänzer?

Wenn da auch mit reinzählt, dass man in den 80er Jahren mit weißen Handschuhen vor dem Spiegel stand und Michael Jackson imitiert oder der Rocksteady Crew nachgeeifert hat, dann vielleicht ja. Aber nein, ich bin sicherlich kein Tänzer. Ich hoffe, dass ich ein guter Jugendarbeiter bin und beschäftige mich daher natürlich auch intensiv mit dem Thema. Ich ziehe vor den Tänzern wirklich den Hut, denn das ist ja Hochleistungssport, was sie da zum Teil auf die Fläche bringen.

Wie geht es in der Zukunft weiter mit „Breakdownsouth“?

Da wird sich was verändern. Das Breakdownsouth als reine Tanzveranstaltung werden wir in diesem Jahr beenden. Es ist sechs Jahre super gelaufen. Wir wollen im nächsten Jahr die nächste Ebene erreichen, das ist ja auch unser jugendkultureller Auftrag. Wir planen, aus dieser eintägigen Veranstaltung ein kleines Hip-Hop-Festival zu machen, das sich über ein ganzes Wochenende zieht und die Kulturfom Hip Hop in ihrer ganzen Breite abdeckt.

Wir sind derzeit am Überlegen, wie wir das machen wollen und haben da auch Leute aus der Szene, die uns unterstützen. Zudem werden wir für Kinder und Jugendliche am 01. Dezember ein so genanntes Hip Hop Hearing veranstalten. Dort kann jeder seinen Vorschlag einbringen, was er sich wünscht. Gemeinsam wollen wir das dann umsetzen. Bei uns zählt der Jugendbeteiligungsgedanke.

Mehr dazu:

Was: Breakdownsouth
Wann: Samstag, 27. November 2010, ab 14:30 (vollständiges Programm Breakdownsouth)
Wo: Haus der Jugend [Bild 1: BZ, Bild 2: Privat]