5 Antworten: Warum brauchen wir einen Club für junge Journalisten?

Friederike Günter

Gregor Kalchthaler ist in Freiburg zur Schule gegangen und hat dort lange die prämierte Schülerzeitung "background" am Bertoldgymnasium gemacht. Jetzt hat er sich mit Freunden aus ganz Deutschland zusammengetan und arbeitet an einem "Club der jungen Journalisten". Was genau es damit auf sich hat, hat er uns in fünf Fragen erklärt.





Warum braucht es einen „Club der jungen Journalisten“?

Gregor: Jugendexperten prophezeien ständig, wie schlimm die deutsche Jugend ist. Ich glaube das nicht und habe es anders erlebt. Es gibt eine engagierte Jugend, die Bock hat, die Zukunft dieses Landes mitzugestalten. Jugendliche brauchen ein Stimme, die nicht nur Jugendliche, sondern auch die Entscheider in Politik, Wirtschaft und Gesellschafter ernsthaft erreichen kann. Jugendmagazine bilden oft nur die „Most-Trendy-Topics“ ab. Liebe und Bands. Natürlich existiert dort ein hoher Auflagen- und Werbedruck, doch auf lange Sicht wird so keine wirkliche Stimme erzeugt. Und das ist schade, gerade bei Themen wie der Bundeswehr, die Jugendliche in Deutschland ja direkt betreffen. Wo bleibt hier die Meinung?

Was genau ist der Club der jungen Journalisten?



In Prinzip handelt es sich beim CDJJ um ein geschlossenes Netzwerk für junge Journalisten. Das ganze funktioniert ähnlich wie bei einer Stiftung: die Interessenten bewerben sich in einer Bewerbungsrunde. Wir und ein dem CDJJ angehängtes Gremium aus Profi-Journalisten wählen die besten Bewerber aus. Als Clubmitglied kann man bei seinen Recherchen finanziell und ideell gefördert werden. Die Förderung wird durch verschiedene Förderpartner getragen, der Verein verwaltet die Förderung zentral und gibt die Vergaberichtlinien heraus. Dadurch gewährleisten wir die unabhängige Förderung des Projektes als Ganzem und nicht die Förderung einzelner Themen. Die entstandenen Artikel werden auf einem eigenen sehr reduzierten Online-Portal bei dem jeweils der Artikel und sein Autor im Vordergrund stehen oder direkt in Kooperation mit einem unserer journalistischen Kooperationspartner veröffentlicht.  




Was sind die Ziele des „Clubs der jungen Journalisten?“

Wir hoffen, ein Spiegel junger Denkmuster zu werden, der Themen von gesellschaftlicher, kultureller, wirtschaftlicher oder politischer Relevanz aus einer anderen Perspektive beleuchten kann und somit den klassischen Medien und großen Zeitungen helfen kann, Jugendliche besser zu verstehen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee kam mir und einem Freund, Rick Noack, der das Projekt mit mir anleitet. Uns fiel auf, dass die Zeitungen, die wir lesen kaum junge Themen beinhalten und wir haben uns gefragt, warum. Obwohl wir junge Menschen die Abonnenten der Zukunft sind, werden wir ignoriert. Das muss sich ändern und wir möchten unseren Beitrag dazu leisten. Als junge Menschen können wir uns nativer, schneller und authentischer vernetzen als die Generationen vor uns. Das möchten wir nutzen.

Wer ist am Projekt beteiligt?

Den Kern der Organisation bilden zunächst sieben Personen. Vergangene Woche haben wir die Seite cdjj.de gelauncht, die Interessenten die Möglichkeit gibt, uns zu kontaktieren. Wir möchten uns auch von möglichen Kooperationspartnern finden lassen, an die wir noch gar nicht gedacht haben. Neben den Kooperationspartnern, zu welchen unter anderem große deutsche Zeitungen und Online-Portale zählen, ist dem Projekt auch eine Art Gremium aus professionellen Journalisten zur Seite gestellt, das organisatorisch und ideell zur Seite steht.

Erste Clubmitglieder sind bereits ausgewählt, wir sind aber weiterhin offen für jeden, der Vorschläge hat, oder der sich bewerben möchte. Kommende Woche trifft sich ein Teil des Teams im Rahmen einer Arbeitsgruppe in München um das redaktionelle Konzept weiter zu verfeinern. Solche Treffen werden aus eigener Tasche finanziert. Offizieller Launch des Projektes soll optimalerweise im Frühjahr 2011 sein. Festnageln lassen möchten wir uns allerdings nicht, schließlich geht es um Qualität und die braucht ihre Zeit.

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