5 Antworten: Abi-Themenwoche im Theater

Fabienne Hurst

In einem Monat ist Deutsch-Abi! Für alle, die dringend ihr Wissen über Kleist, Dürrenmatt und Kafka auffrischen müssen: Morgen startet die Sternchenthemenwoche am Freiburger Stadttheater. Theaterpädagoge Michael Kaiser erklärt, was das überhaupt soll.

Was genau passiert in der Sternchenthemenwoche?


Wir zeigen täglich unsere eigenen Inszenierungen von "Michael Kohlhaas" und "Der Besuch der alten Dame". Außerdem behandeln Freiburger Professoren in zwei Vorträgen das Thema "Recht und Gerechtigkeit" bei Kleist und Dürrenmatt. Die Theater AG der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule Freiburg zeigt "Showdown in Müllen" nach Dürrenmatt und der Theaterkurs des Schiller-Gymnasiums Offenburg seine Version von Kafkas "Process". Außerdem ist die Kafka-Inszenierung der Kollegen von TheaterPro am Donnerstag, den 10. Februar im Bürgerhaus Denzlingen zu sehen.



Und was ist mit der Liebeslyrik?

Wir haben die Sprechtheatergruppe "Laut & Lyrik" gebeten, sich mit Liebeslyrik zu beschäftigen. Herausgekommen ist das Stück „Amors Treiben - Poesie der Liebe“. Es spannt den Bogen von Walther von der Vogelweide über Eichendorff,  Bachmann und Brecht bis hin zu Ernst Jandl. So werden wirklich alle Sternchenthemen behandelt, und die Abiturienten haben die beste Gelegenheit, sich eine Woche lang intensiv damit auseinanderzusetzen.



Dann kann man sich einfach eine Woche ins Theater setzen, statt stupide zu pauken?


Nein, genau darin liegt die Gefahr. In einer Woche wird man nicht fit fürs Abi. Das Angebot soll Kenntnisse vertiefen und erweitern, lesen muss man die Stücke aber auf jeden Fall trotzdem.





Aber Spaß machen soll es doch auch?

Natürlich ist Spaß immer auch ein Ziel von Theater. Im Unterricht sind die Diskussionen oft sehr theoretisch. Da ist es umso spannender, zu sehen, wenn im Theater zweidimensionale Reclamhefte plötzlich dreidimensional werden.



Welche anderen Vorteile hat man, wenn man die Sternchenthemenwoche im Theater besucht?

Wichtig ist, zu wissen, dass alle Aufführungen immer Interpretationen sind - gerade bei Prosawerken wie „Michael Kohlhaas“, die zu Theaterstücken umgeschrieben werden. Das bietet immer Stoff für interessante Diskussionen und regt zum Nachdenken an.

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[Fotos: Maurice Korbel]