5 Alternativen zu WhatsApp

Dominik Schmidt

Facebook hat WhatsApp gekauft, und damit ist WhatsApp für viele Nutzer gestorben: Sie haben Angst um ihre privaten Daten. Aber was für andere Messenger gibt es überhaupt? Sind sie sicherer? Was können sie, und was nicht? Wir stellen euch fünf WhatsApp-Alternativen vor:



Threema

Der in der Schweiz beheimatete Messenger bietet einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit und Komfort. So erkennt Threema automatisch Kontakte im Adressbuch, die die App ebenfalls installiert haben. Der Unterschied zu WhatsApp liegt aber in der Übertragung von Nachrichten: Diese findet verschlüsselt statt. Und zwar ohne Unterbrechung. WhatsApp verschlüsselt zwar ebenfalls die Übertragungswege, allerdings lagern die Nachrichten unverschlüsselt auf deren Servern.


Das System kann also als relativ sicher gelten. Kritiker bemängeln allerdings die fehlende Transparenz. Der Programmiercode des Messengers ist nicht einsehbar – Hintertüren könnten sich also unbemerkt in der App verstecken.

Threema ist vermutlich die populärste Alternative zu WhatsApp und schaffte es in Folge der Nachrichten aus dem Silicon Valley prompt auf Platz eins in Apples Appstore. Die Chancen, dass man bereits einige Nutzer in seinem Adressbuch findet, stehen also nicht schlecht.

Für iOS (1,79 Euro) und Android (1,60 Euro)  

Telegram

Ebenfalls ein Dienst, der vor allem mit seiner Verschlüsselung um Nutzer wirbt. Optisch erinnert Telegram stark an WhatsApp, gibt sich aber offen was die Technik hinter dem Messenger angeht. Gegründet haben Telegram die Durow-Brüdern - bekannt durch ihr soziales Netzwerk Vk.com sind. Hierzulande eher unbekannt, gelten sie in Russland als bedeutende Unternehmer im IT-Bereich.

Die Verschlüsselung basiert auf dem eigens entwickelten MTProto-Protokoll, das allerdings von Sicherheitsexperten bereits wegen veralteter Technik kritisiert wurde. Gleichzeitig geben sich die Entwickler aber selbstbewusst und bieten jedem, der das System knackt, 200.000 US-Dollar.

Interessantes Feature von Telegram: Nachrichten können sich auf Wunsch des Senders selbstzerstören, ähnlich wie bei Snapchat (fudder berichtete).

Für iOS (kostenlos) und Android (kostenlos)

 

Surespot

Zugegeben: Die Präsentation der App auf der Website und auch die Übersetzung ins Deutsche wirken eher unprofessionell. Auch ist kaum zu erwarten, dass Surespot schon im Freundeskreis verbreitet ist. Der Messenger hat aber einen großen sicherheitstechnischen Vorteil: Der Quellcode liegt komplett offen. Jeder mit den entsprechenden Kenntnissen kann also genau nachvollziehen, wie die App funktioniert und welcher Code auf dem Smartphone ausgeführt wird. Dabei muss man nicht auf nützliche Funktionen wie Sprachnachrichten oder das Verschicken von Fotos und Videos verzichten.

Die App ist komplett kostenlos und soll durch Spenden finanziert werden. Löblich: Die Entwickler möchten einen Teil der Spenden sogar an die EFF weiterleiten, der US-amerikanischen Organisation für digitale Menschenrechte.

Für iOS (kostenlos) und Android (kostenlos)

 

Blackberry Messenger (BBM)

Auch wenn man zur Zeit wenig Positives über das kanadischen Unternehmen hört - der BBM erfreut sich auch heute noch wachsender Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt am Prestige von Blackberry, was Sicherheitsaspekte betrifft. Erst seit Kurzem wird der Messenger auch für Android und iOS angeboten und beherrscht in Version 2.0 auch Telefonate über die Datenverbindung.

Vorteil und gleichzeitig auch Nachteil von BBM ist das PIN-System. Der Nutzer identifiziert sich nicht über seine Telefonnummer, sondern über eine individuelle Zahlenkombination. Praktisch, wenn man mit Leuten Nachrichten austauschen, ihnen aber nicht gleich die Telefonnummer anvertrauen möchte. Unpraktisch, weil Kontakte nicht automatisch erkannt werden, da man erst die PINs austauschen muss.

Für Blackberry (kostenlos), iOS (kostenlos) und Android (kostenlos)

 

Heml.is

Zuletzt ein vielversprechender Kandidat, der allerdings noch in der Entwicklung und nicht veröffentlicht ist. Hemlis (Schwedisch für "geheim") wird von dem Schweden Peter Sunde entwickelt, der ein Mitbegründer der Filesharing-Plattform "The Pirate Bay" ist. Vergangenes Jahr rief Sunde die Nutzer auf, die Entwicklung mit Spenden voranzutreiben. Die angestrebten 100.000 US-Dollar erreichte das Projekt innerhalb von 36 Stunden.

Wann Heml.is letztlich veröffentlich wird, ist noch nicht bekannt. Es soll eine kostenlose Version für Android und iOS geben, zusätzliche Funktionen können gegen Bezahlung freigeschaltet werden. Man munkelt, es könnte noch dieses Frühjahr das Licht der Welt erblicken.

 

Fazit

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Schon gar nicht bei Funkübertragung und eventuell unsicheren Betriebssystemen. Auch ist Verschlüsselung von Natur aus kompliziert, und ein Messenger, der ein Nischendasein fristet, wird nur für eine spezielle Nutzergruppe interessant sein. Dennoch: Wer ein Mindestmaß an Sicherheit und Privatsphäre möchte, sollte auf SMS verzichten und sich mit Messengern beschäftigen, die eine Verschlüsselung zwischen Sender und Empfänger anbieten.



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[Bild 1: dpa]