Digitale Grundversorgung

40.000 Freiburger Haushalte bekommen jetzt Turbo-Internet

Joachim Röderer

Die Deutsche Telekom wird bis Herbst 2017 weitere 40.000 Freiburger Haushalte ans schnelle Internet anschließen. Dann gibt’s für ein weiteres Drittel aller Freiburger bis 100 Megabit pro Sekunde.

Am Ende dieser Offensive sollen dann 99 Prozent aller Freiburgerinnen und Freiburger mit schnellem Internet versorgt sein. Vertreter der Telekom und OB Dieter Salomon haben am Montag die entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.


"Schnelles Internet ist heute Teil der Daseinsvorsorge." OB Dieter Salomon
Das fehlende flächendeckende Breitbandinternet rege seit Jahren viele Gemüter auf, berichtete OB Salomon. Schnelles Internet sei heute "Teil der Daseinsvorsorge". Jüngst wurde beim Ausbau in der Unterwiehre und in Vauban der Internetturbo gezündet. Jetzt nimmt die Telekom den Freiburger Osten mit Littenweiler, Ebnet und Kappel hoch bis zur Molzhofsiedlung ins Visier. Im Westen und Norden können sich die Stadtteile Haslach, St. Georgen, Weingarten, Haid, Hochdorf, Zähringen sowie das Industriegebiet Nord über das Nachrüsten freuen.

Die Telekom wird 40 Kilometer Glasfaserkabel verlegen. Dieses Kabel führt zu 130 Verteilerkästen. Von dort aus wird durch die sogenannte Vectoring-Technik das bestehende Kupferkabel bis zur Wohnung genutzt. Die Geschwindigkeit steigt bis zu 100 Mbit/s beim Herunterladen und 40 Mbit/s beim Hochladen. Die Telekom investiere mehrere Millionen Euro, so Andreas Czaschke, Leiter Regionale Produktion bei der Telekom in Offenburg. Im Februar oder März sollen die Arbeiten beginnen, im Oktober könnten die Kunden dann bereits schnelle Anschlüsse haben. Etwa die Hälfte der neuen Kabel werde in bestehende Leerrohre gelegt, bei der anderen Hälfte müssen Straßen oder Gehwege aufgerissen werden.

Firmen im Industriegebiet Nord warten auf den Breitbandanschluss

Vor allem viele Betriebe im Industriegebiet Nord warteten händeringend auf das Turbonetz, berichtete Hermann Hahn, der beim Garten- und Tiefbauamt für das Thema Breitband zuständig ist. Der Startschuss fällt aber im Osten; vor allem in Ebnet und Kappel gibt es Anschlüsse, die kaum 3 Mbit/s schaffen. "Wir leben noch im spätrömischen Zeitalter und freuen uns, dass wir 2017 die digitale Neuzeit erreichen", sagte Kappels Ortsvorsteher Hermann Dittmers und berichtete von Anschlüssen, bei denen sich mangels Datendurchsatz noch nicht einmal E-Mails öffnen ließen.

Mit der Ausbauoffensive schließt die Stadt nahezu alle Lücken. In diesem Sommer ist das schnelle Internet bereits in den Tuniberg-Ortsteilen Opfingen, Munzingen und Waltershofen angekommen. Hier hat das saarländische Unternehmen Inexio den Ausbau übernommen. Nachdem nun die Telekom nachrüstet, wird nur ein kleiner weißer Fleck bleiben: der Hochdorfer Ortsteil Benzhausen mit seinen knapp 80 Haushalten: "Wir werden da auch eine Lösung finden, wir lassen Benzhausen nicht im Stich", versprach Baubürgermeister Martin Haag.

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