Stiftungen

33 begabte und bedürftige Studierende aus Freiburg erhalten Stipendium

Christoph Giese

Eine große Entlastung: Anne Beck und Amira Ragab werden wie 31 weitere begabte und bedürftige Studierende ab 2019 unterstützt. Adelhauser- und Dr. Leo-Ricker-Stiftung fördern mit bis zu 500 Euro monatlich.

Bei der Urkundenübergabe für die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten im Adelhauser Kloster am Montagabend war die Freude und die Erleichterung der Auserwählten nicht zu übersehen. 33 Studierende nahmen die Adelhauserstiftung und die Dr. Leo-Ricker-Stiftung für 2019 auf.


Insgesamt fördern die beiden Stiftungen derzeit 67 Studierende mit einem Volumen von 300.000 Euro. Mit bis zu 500 Euro werden die Stipendiaten monatlich unterstützt. "Ich denke mit der finanziellen Förderung erfahren sie eine Entlastung", sagt Stiftungsdirektorin Marianne Haardt. Um ein Stipendium zu erhalten, sind gute Leistungen, soziales Engagement sowie Bedürftigkeit vorausgesetzt. Von 80 Bewerben wurden 33 Studierende aus insgesamt 20 Ländern ausgewählt.

Mehr Zeit für Uni, Hobby und ihren Bruder

Eine von ihnen ist Anne Beck. "Ich war total geflasht, als ich die Zusage bekommen habe", freut sich die aus Bahlingen stammende Chemie- und Sportstudentin. Sie möchte einmal Lehrerin werden. "Meine Eltern haben es nicht leicht", erzählt die 20-Jährige, die einen Bruder mit Down-Syndrom hat. Sie unterstützt ihre Eltern im Alltag bei dessen Versorgung, wohnt daher noch zuhause und pendelt zwischen Freiburg und Bahlingen. Gleichzeitig arbeitet sie ehrenamtlich bei der Lebenshilfe.

Um sich das Studium zu finanzieren, arbeitet sie außerdem als Pflegehilfe in einem Krankenhaus. Durch das Stipendium kann sie das nun reduzieren und hat mehr Zeit für die Uni, ihr Hobby Fußball und ihren Bruder.

"Das ist auch eine Anerkennung für das, was ich außerhalb des Studiums mache", sagt Anne Beck. Ganz aufhören wolle sie aber nicht, da ihr die Arbeit Spaß mache.

Forschung spiritueller Heilpraktiken

Auch Amira Ragab ist dankbar für die Förderung. Die Tochter einer Deutschen und eines Ägypters wurde in Stuttgart geboren und lebte schon in Kairo, München und Augsburg. Da ihr Masterstudium der Caritaswissenschaft und Ethik bereits ihr zweites ist, muss sie Studiengebühren bezahlen. "Dieses Stipendium entlastet mich finanziell sehr", sagt Ragab. Die 28-Jährige forscht zu spirituellen Heilpraktiken, die sich positiv auf Traumata als Folge sexueller Gewalt auswirken. Eine solche Heilpraktik wendet sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Yogalehrerin für geflüchtete Frauen an.

Derartige körperliche Aktivitäten könnten dazu beitragen, Traumata zu bewältigen, erläutert die Studentin. Sie selbst konnte auf diese Weise Erlebtes verarbeiten. "Weil es mir so geholfen hat, möchte ich schauen, ob es auch anderen hilft." Ragab wuchs sowohl in der christlichen als auch in der muslimischen Kultur auf. Das prägt sie bis heute: "Ich habe die Kapazität, beide Religionen in mir zu tragen. Ich bete fünf Mal am Tag und gehe am Sonntag in die Kirche." Ihre Arbeit sieht sie als Ausdruck ihres Glaubens.

Wie Anne Beck kann auch Amira Ragab durch die Förderung ihr Studium, ihr soziales Engagement sowie ihre Freizeit unter einen Hut bringen und muss nicht mehr so viel Zeit in Erwerbsarbeit investieren.

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