31Knots im Swamp: Aus der Mitte heraus

Carolin Buchheim

Mitten im Zuschauer-Gedrängel bewegte sich gestern Abend 31knots Sänger Jon Haege in bester David Byrne-Manier mit seiner Gitarre durchs Swamp, während seine Band-Kollegen an Bass und Drums Verschrobenheiten pflegten und kurz vor dem Absturz in die Untiefen des Prog-Rock immer noch so gerade eben die Kurve kriegten. Caro war beeindruckt und hat seit gestern eine neue Lieblingsband. Und damit ist sie nach diesem tollen Konzert bestimmt nicht alleine.



Jon Haege's blaues Hemd, über dem er rote Hosenträger trägt, ist verschwitzt. Der Sänger und Gitarrist von 31knots bewegt sich mitten durch die Zuschauer im vollgepackten Swamp, die Augen geschlossen, und spielt ein treibendes Gitarrensolo.


Da ist der Gig von 31 Knots schon fast vorbei. Schön pünktlich um kurz nach neun hatte die Band aus Portland, Oregon, ihr Konzert angefangen, und gut 80 Minuten später ist das Trio ziemlich durch. Kein Wunder, bei der Musik und bei diesem Einsatz.

Drummer Jay Pellicci hatte sich mit faszinierender Präzision durch das Konzert geschlagen, Jay Winebrenner einen wuchtigen Bass gespielt und Jon Haege nicht nur grandiose Gitarrensoli produziert, sondern auch mit Tonbandaufnahmen konversiert und natürlich die erzählenden Texte der Band gesungen. Und das trotz Tour-üblichem Kränkeleien; zur Erholung der Stimme wurde einfach mal ein Instrumental gespielt, und dann weiter, ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne Rücksicht auf Verluste (und die netten Nachbarn obendrüber) war auch der Sound ordenlich laut und ordentlich voll und überhaupt einfach genau richtig für diese Band und ihren vertrackten, vielschichtigen Sound.

Mittlerweile hat sich Jon Harege aus der Mitte des Swamps wieder auf die Mini-Bühne bewegt, zur Zugabe. Bei "Chain Reaction" zieht das Trio nach mal voll durch: ein mächtiger Rhythmus, schwere Gitarrenparts, die sich mit feinen Strukturen abwechseln und, natürlich, die große Melodie.

Wow.



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