3000 Blutspender als Ziel: Uniklinik Freiburg startet erneut Rekordversuch

Elena Stenzel

In den letzten Jahren sind die Blutspenderzahlen bundesweit stark gesunken. Die Blutspendezentrale der Uniklinik Freiburg startet im März erneut einen Rekordversuch: Ziel sind 3000 Spender.

Bereits im dritten Anlauf versucht die Uniklinik Freiburg in diesem März einen Rekord aufzustellen. Diesmal gilt es den bestehenden Rekord von 2.933 Spendern pro Monat zu schlagen.

Das Uniklinikum hat sich dafür Unterstützung geholt: Extremsportler Andreas Müller ist mitsamt Belegschaft angereist, um die Aktion "Du veränderst alles – für einen anderen Menschen" des Uniklinikums zu unterstützen. Müller selbst ist langjähriger Blutspender und nutzt die Gelegenheit, um Spenden für einen Lauf der Kinderhilfsorganisation Compassion in Ruanda zu sammeln: "Da ist mir die Idee gekommen: Die Aufwandsentschädigung von 25 Euro, die man hier bei einer Blutspende erhält, könnte doch gespendet werden. Man tut quasi zweifach etwas Gutes".

Uniklinik ist dringend auf Blutspenden angewiesen

Oberarzt Markus Umhau macht deutlich, wie dringend die Uniklinik auf Blutspenden angewiesen ist: "Wenn wir tatsächlich die anvisierte Rekordmarke von 3000 Spendern im Monat knacken, dann ist das Klinikum gut versorgt. In den letzten Jahren sind nicht nur die Spenderzahlen rückläufig, sondern, was noch viel gravierender ist, die Zahl der Neuspender ist um 20 Prozent gesunken."

Blutkonserven werden täglich eingesetzt – ob bei Organtransplantationen, Unfallpatienten oder der langfristigen Versorgung von Chemotherapie-Patienten: "Ohne deckende Blutversorgung ist die heutige moderne Medizin schlichtweg nicht machbar."

Junge Spender besonders wichtig

Die Ursachen für die rückläufigen Zahlen sind nicht genau bekannt. Oberarzt Markus Umhau vermutet: "Das zuständige Institut, das Paul-Ehrlich-Institut, hat vor einiger Zeit den Kriterienkatalog zur Zulassung zur Blutspende verschärft. Besonders der Bereich Sexualverhalten ist jetzt restriktiver in der Rückstellung. Wir vermuten, das schreckt viele, gerade junge Leute ab." Dabei sind es eben gerade die jungen Menschen, die für die Blutspendezentrale wichtig sind. Werden sie in jungen Jahren angeworben, bleiben sie noch viele Jahre als Stammspender treu.

Den ganzen März über läuft die Aktion. Stammspender, die fürchten, die Station würde nun überrannt werden, können beruhigt sein. Die Kapazitäten der Uniklinik werden durch die Aktion bei weitem nicht gesprengt, versichert Oberarzt Markus Umhau.

Eine Blutspende ist bei gesunden Menschen zwar völlig ungefährlich und hat zu Unrecht ein falsches Image.

Mindestalter zum Blutspenden: 18 Jahre

Einfach mal schnell in der Mittagspause Blutspenden, ist aber trotzdem nicht so easy: Wer Blut spenden will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und 50 Kilo wiegen. Männer können alle acht Wochen, Frauen alle zwölf Wochen Blut spenden. Zudem müssen weitere Kriterien erfüllt werden: Wer frisch tätowiert ist, darf nicht spenden, genauso wenig jemand, der in den Wochen vor der Blutspende Aspirin genommen hat.

Blutspender erhalten eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro, auf freiwilliger Basis kann diese an das Kinderhilfswerk Compassion gespendet werden. Unter allen Blutspendern werden zudem Preise verlost.
Was: Blutspendeaktion "Du veränderst alles – für einen anderen Menschen"

Wann: ab 1. März, Öffnungszeiten der Blutspendezentale: Montag und Dienstag 8 bis 15 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 12 bis 19 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr, 1. und 3. Samstag im Monat 8 bis 13 Uhr

Wo: Blutspendezentrale, Haus Langerhans, Hugstetter Straße 55
Zur Blutspende bitte Personalausweis und Impfpass mitbringen.