3 Tipps: So kommst du durch die Prüfungsphase

Okan Bellikli

Vorlesungsfreie Zeit - und trotzdem müssen viele Studenten feste büffeln. Aber was, wenn man es trotz besten Vorsätzen nicht schafft, endlich mit dem Lernen anzufangen? Drei Tipps von der Freiburger Diplom-Psychologin Margarete Dietl, wie man die Prüfungsphase meistert:



Viele Studenten kennen das Gefühl: Eigentlich müsste man jetzt lernen. Jetzt, wo der Frühling in den Startlöchern steht, wo man viel lieber raus und sich mit seinen Freunden treffen würde. „Morgen ist auch noch ein Tag“, sagt man sich und schiebt das Lernen auf die lange Bank. Oder man hat Angst und fragt sich, wie man den ganzen Berg vor sich überhaupt schaffen soll. Für alle, denen es ähnlich geht, hat Margarete Dietl, Diplom-Psychologin in der psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks Freiburg, drei Tipps:


Sich klarmachen, was neben den Prüfungen ansteht

„Häufig ist es so, dass man sich gar nicht klar macht, dass es neben dem Ziel – zum Beispiel eine Prüfung in acht Wochen, für die ich lernen will – noch viele andere Sachen gibt, die dem Ziel teilweise im Weg stehen. Das können Gründe sein, die gar nicht mit der Prüfung selbst in Verbindung stehen, zum Beispiel bei manchen auch persönliche Probleme zuhause, in der Beziehung oder finanzielle Sorgen. Und was zum anderen manchmal schwer ist einzugestehen, das ist Angst vor der Prüfung. Wenn ich mich hinsetze und merke: 'Ich habe das ganze Semester nicht viel gemacht', da habe ich dann so viel Druck und denke: 'Das schaffe ich gar nicht in der Zeit.'

Dann ist die Angst vielleicht zu groß und ich vermeide die Situation, die mir Angst macht, mache stattdessen etwas anderes, was gerade angenehmer ist und schiebe das Lernen auf.
Deswegen sollte man sich klarmachen, welche anderen Bedürfnisse gerade da sind, die dem Lernen entgegen stehen. Dann kann man sich überlegen, wie man damit umgeht.“

Lern- und Freizeit trennen

„Da geht es dann um Zeitmanagement. Darum, dass ich mir einen guten Arbeitsplan mache. Dabei ist wichtig, dass nicht nur das zu Lernende reinkommt, sondern auch alles andere. Und mit dem Teil sollte man anfangen. Zum Beispiel: 'Ich muss Geld verdienen, da und da arbeite ich. Ich hab eine Wochenendbeziehung, da möchte ich am Wochenende möglichst wenig machen.' Und die Zeit, die noch übrig ist, die nehme ich mir zum Lernen. Je länger die Prüfungsphase ist, desto wichtiger ist diese Abwechslung und dass man auch seine sozialen Kontakte pflegt.

Dieses Ganz oder Gar nicht wird immer schwierig, dieses 'Im Moment habe ich gar nichts, da kann ich rund um die Uhr meine Freunde treffen und jetzt muss ich mich völlig abschotten.' Man kann auch versuchen, soziale Kontakte und die Uni zu verbinden, zum Beispiel durch eine Lerngruppe. Das geht nicht in jedem Fach und nicht bei jedem, aber das ist etwas, womit die meisten sehr gute Erfahrungen machen.“

Pausen nicht vergessen!

„Auch wenn das individuell verschieden ist, kann man allgemein sagen, dass in der Regel sechs bis acht Stunden am Tag konzentriert geistig arbeiten die Grenze sind. Danach wird es nicht mehr effektiv. Als grobe Richtlinie kann nach spätestens neunzig Minuten eine kurze Pause von fünfzehn bis zwanzig Minuten gelten.

Vormittags können sich die meisten am besten konzentrieren, um die Mittagszeit geht die Leistungskurve nach unten, um nachmittags noch einmal anzusteigen. Abends zwischen 20 und 22 Uhr sinkt die Leistungsfähigkeit dann in der Regel deutlich. Diese Angaben sind Durchschnittswerte.

Es gibt natürlich auch einige wenige, die sagen: 'Abends ab acht geht’s erst richtig los!' Richtwerte sind: ich mache einen (Lern-)Block, dann eine Pause; dann noch einen Block und dann erstmal eine längere Pause. Das Wichtige ist, dass die Pausen so gelegt sind, dass es einen Abstand gibt, man die Pausen aber auch nicht zieht. Das kann man vermeiden, wenn man weiß, dass die Arbeitsphasen dann wiederum nicht zu lange werden.“