3 Freunde von Oliver Rath nehmen Abschied

fudder-Redaktion

Vergangene Woche ist der Fotograf Oliver Rath gestorben. Drei Freunde und Weggefährten aus Freiburg teilen ihre Erinnerungen an ihn – und nehmen Abschied.

Simon Pfister, Rapper der Hiphop-Crew "La Cosa Nostra"

"Olli und ich haben bis 2002 zusammen Musik gemacht. Für mich war das eine sehr prägende Zeit. Er hat mir die Freiburger Musikszene gezeigt und mich gefördert. Er hat alles stets mit Leidenschaft getan, und seine Leidenschaft für Musik ist auf mich übergesprungen. Für mich war er Mentor und Freund, jemand, der dir immer mit Rat und Tat zur Seite steht, und immer an dich glaubt. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich mit ihm erleben durfte. Die letzten Jahre haben wir uns nur noch ganz wenig gesehen, aber immer, wenn wir uns sahen, war alles noch genau wie früher. Genau das ist wahre Freundschaft."

Enzio Maggiore, Model- und Eventmanager

"Hey, ich fotografier jetzt!" So kam Olli, den ich bis dahin immer nur als DJ gebucht hatte, plötzlich an – ausgerechnet zu einer Zeit, als ich verzweifelt auf der Suche nach Fotografen war. Also haben wir ein Shooting gemacht, sein erstes. Zwei Models, Stylist, Make-Up-Artist, im Colosseo im Europapark. Da kam er ganz schön ins Schwitzen. Doch als wir danach die sicher 800 Bilder durchgeguckt haben, habe ich gemerkt: Der hat ein Auge, der hat den Blick. Der sieht, was gut ist. "Wenn Du jetzt noch das Handwerk lernst, wird das was!", habe ich ihm gesagt. Zwei Tage später erwische ich ihn, wie er im Rombach sitzt, in einem Fotofachbuch über Lichteinstellungen lesend. Alles was Olli gemacht hat, hat er hundertprozentig gemacht, er hat gelebt, was er tat. Olli hatte Leidenschaft, Liebe und Willen; das war sein Erfolgsrezept. Egal was es war, ob Musik oder Fotos. Wenn es darauf ankam, hatte er den Tunnelblick. Es war alles für ihn nie nur ein Job. Das ist natürlich auch nicht einfach. Olli hatte auch Tiefe, seine Bilder hatten Geschichten. Ich kann nicht fassen, dass er tot ist."

Jan Ehret, DJ und Künstler

Es gibt Menschen, die doch so anders sind
betreten sie den Raum, so spürt man das
die Aura, die Luft sie ändert geschwind
egal ob Stille, Getöse oder Bass
Was war das? Ich weiß nicht, doch es verändert sich was.

Seine Augen, ganz anders, weit mehr als ein Organ
Du siehst Tiefe, Weite, chaotischen Wahn
Wer kann denn so viel in sich tragen
Liebe, Hoffnung, zu viele Fragen.

Du bist Papi, Freund, Liebhaber, ein suchendes Kind
werden Dich immer lieben, jetzt wohnst Du im Wind!