Oberau

24-Jährige sexuell angegangen: Freundeskreis macht Tatverdächtigen ausfindig

Simone Höhl

Nachdem eine 24-jährige Frau in der Oberau sexuell angegangen worden war, machten ihr Lebensgefährte und dessen Bekanntenkreis den Tatverdächtigen ausfindig – und übergaben die Informationen an die Polizei.

Nach dem sexuellen Übergriff auf eine junge Frau in der Oberau werden Details bekannt, die zur Verhaftung des Tatverdächtigen führten. Demnach haben der Freund der 24-Jährigen und der Bekanntenkreis den Mann ausfindig gemacht und die Informationen den Ermittlern übergeben.


Der 25-jährige Mann soll am frühen Sonntagmorgen des 29. April die junge Frau beim Schwabentor angesprochen und später heimlich verfolgt haben, als sie nach Hause ging. Sie wurde laut Polizei vor ihrer Wohnung überfallen, zu Boden gerissen, geküsst und gebissen. Sie wehrte sich heftig und schlug den Angreifer so in die Flucht. Als ihr Freund von dem Vorfall erfuhr, war er wütend: "Ich hab’ mich auf die Suche gemacht."

Ein Bekannter hatte den mutmaßlichen Täter wahrgenommen

Die Freundin konnte den Angreifer beschreiben – etwa 1,80 Meter groß, 20 bis 30 Jahre alt, dunkelhäutig, rotkariertes Hemd –, und auch ein Bekannter hatte ihn flüchtig wahrgenommen, als er die 24-Jährige zufällig beim Tor getroffen hatte, wo sie noch mit anderen vor dem Bäcker stand. "Der hat ihn schon mal in einer Kneipe gesehen", sagt der Freund. Das streute er in seinem Bekanntenkreis. Eine Woche später schickte ihm jemand ein Foto aus jener Kneipe aufs Handy, das er seiner Freundin zeigte. "Sie hat ihn sofort erkannt."



Der Freund des Opfers ist gut vernetzt, er verbreitete die Informationen, um den Namen herauszufinden. Dann ein Treffer: Eine Freundin sah den Verdächtigen in einem Club, der Besitzer kannte ihn vom Sehen. Als er eines Abends wiederkam, wurde er an der Tür nach seinem Ausweis gefragt, erzählt der Freund. "Er hatte nur die Krankenversicherungskarte dabei, die hat jemand abfotografiert." Das Foto landete wieder auf seinem Handy. "Dann habe ich alles der Polizei weitergegeben und bei mir gelöscht."

Der 25-Jährige kam wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft

Ein paar Tage später nahmen Polizeibeamte den 25-jährigen Verdächtigen wegen einer anderen Sache fest – wegen gefährlicher Körperverletzung: Er soll am frühen Morgen des 11. Mai in einer Gaststätte an der Lehener Straße Pfefferspray versprüht haben, erklärt Polizeisprecher Jerry Clark. Seine Kollegen nahmen den 25-Jährigen mit aufs Revier Nord. Da lag der Haftbefehl des Amtsgerichts schon vor. "Das hat sich überschnitten", so Clark, "die Kripo hat übernommen." Der 25-jährige Nigerianer kam wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft.

Gegen den Tatverdächtigen sind noch mehrere Ermittlungsverfahren anhängig, hatte die Staatsanwaltschaft nach der Verhaftung erklärt. Das führt zur Frage, warum er bislang frei herumlief. Weil bisher offensichtlich keine Voraussetzungen für einen Haftbefehl vorlagen, sagt Martina Wilke, die Sprecherin der Anklagebehörde. Dafür muss außer dem dringenden Tatverdacht auch Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr bestehen.

Bis dato wurden dem 25-Jährigen unter anderem Beleidigung, Eigentumsdelikte und ein Fall von sexueller Belästigung vorgeworfen. "Einzelheiten kann ich – da dies gerade laufende Ermittlungsverfahren sind – nicht sagen", so Wilke.

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