2010: So sah die Zukunft vor 40 Jahren aus

Christoph Müller-Stoffels

Wie sieht die Zukunft aus? Die Frage beschäftigt nicht nur Kristallkugelbesitzer. Manchmal kann man die Spekulationen später mit dem Eingetretenen vergleichen. Vor fast 40 Jahren fragte sich der Autor Geoffrey Hoyle, wie es wohl im Jahr 2010 aussehen würde – und war ziemlich visionär. Das Ergebnis: Ein wundervolles Buch.



Wir tragen alle bunte Overalls, müssen das Haus nicht mehr verlassen, sitzen vor "vision phones", die uns bei Einkauf, Schule und ähnlichem helfen und lassen uns unser Frühstück quasi automatisch herstellen. Die Luft ist inzwischen sauber, weil der Verkehr radikal reduziert wurde. Niemand arbeitet zu viel, dafür ist Zeit für Unmengen an Freizeitaktivitäten, wofür "Social Center" ungeahnten Ausmaßes zur Verfügung stehen.


So jedenfalls sah Geoffrey Hoyle 1972 die Zukunft, als sein Buch "2010: Living in the future" publiziert wurde. In manchen Punkten kommt er erstaunlich nah an unsere heutige Realität heran, auch wenn er natürlich nicht ahnen konnte, dass Computer nicht Wandschrankgröße haben müssen.

Dass wir heute einen Einblick in diese Zukunft nehmen können, verdanken wir Daniel Sinker. Der Professor des Columbia College hat das Buch in den 1980er Jahren gefunden, als es von einer Bibliothek aus dem Bestand aussortiert wurde. Er behielt es. Nun, etwa 25 Jahre später, hat er es online gestellt und damit dieses wunderbare Buch der digitalen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Denn selbstverständlich wird das Buch längst nicht mehr gedruckt.



Sinker hat auch versucht, Hoyle ausfindig zu machen, um ihn zu fragen, was er vom tatsächlichen Jahr 2010 hält. Inzwischen ist ihm das sogar gelungen, zumindest das Ausfindigmachen. Allerdings ist Hoyle gerade auf Reisen und hat keine Kommunikationsmittel in Reichweite, wie Sinker in einer extra eingerichteten Facebook-Gruppe schreibt.

Die Gruppe ist in den vergangenen Tagen enorm gewachsen. Das wunderbare Buch gewinnt täglich Fans und die weit verbreiteten Hoffnungen sind zum einen, dass das Buch wieder aufgelegt wird und dass Hoyle ein weiteres Buch schreibt: "2050: Living in the future".

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