Freiburg

200 Fahrradfahrer protestieren gegen die Abholzung von Bäumen am Eugen-Keidel-Bad

Manuel Fritsch

Am Samstagnachmittag protestierten rund 200 Personen mit einer Fahrradtour zum Eugen-Keidel-Bad gegen die dort geplante Abholzung von Bäumen, die einem Parkplatz weichen müssen.

Nach einer Kundgebung am Platz der Alten Synagoge fuhren die Raddemonstranten in einer halben Stunde zu dem Bad, an dem sie unter den Augen von Security-Mitarbeitern Papierherzen an den Bäumen anbrachten. Bereits am Vortag hatten wohl andere Baumfreunde weiße Kreuze auf die Stämme gemalt.


Die Polizei berichtet von einer friedlichen Veranstaltung, die auch von Beamten auf Fahrrädern begleitet wurde.

Organisator der Demo sieht Problem beim öffentlichen Nahverkehr

Organisator Sebastian Müller machte vor Ort auf die Probleme aufmerksam, die die Nahverkehrsanbindung des Bades unattraktiv macht: Eine nicht-barrierefreie und nicht beleuchtete Haltestelle würde kaum dazu motivieren, dort auf den Bus zu warten, der nur im Halbstundentakt fährt – kein Wunder, so Müller, dass sich daher viele entschieden, lieber mit dem Auto zum Bad zu kommen. Ein besseres Angebot würde viele zum Umdenken bewegen, sind sich die Protestierenden sicher.

Währenddessen hat sich auch die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine (AFB) gegen die Baumfällungen ausgesprochen.

Eine Petition soll an Martin Horn übergeben werden

Die AFB zeigt sich verärgert darüber, dass mit den Bürgervereinen im Vorfeld keinerlei Kontakt aufgenommen wurde, was eine "spannungsfreie Zusammenarbeit" von Stadtverwaltung, städtischen Tochtergesellschaften und Stadtteilen konterkariere. "Bevor Bäume fallen, muss über eine bessere Verkehrserschließung nachgedacht werden", fordert die AFB.

Am Dienstag kommender Woche um 18 Uhr sollen die Unterschriften der Petition "#Bäumemüssenbleiben" an Oberbürgermeister Martin Horn übergeben werden.

Nach Angaben der Organisatoren haben bislang mehr als 4500 Menschen die Petition unterschrieben, die sich ebenfalls für den Erhalt der Bäume ausspricht. Die Unterzeichner drohen zudem damit, das Eugen-Keidel-Bad in Zukunft zu boykottieren, sollten die Bäume wirklich gefällt werden.