20 Jahre nach Tschernobyl: Nukleare Albträume

Christian Deker

Heute vor 20 Jahren, 1.23 Uhr in der Nacht. Die Temperatur in Reaktorblock 4 steigt auf über 2000 Grad Celsius. Momente später schleudert aus dem ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl hoch radioaktives Brennmaterial kilometerweit in den Himmel. Die Strahlung, die dabei freigesetzt wird, entspricht der von mindestens 100 Hiroshima-Bomben. Noch heute sind in manchen Gebieten mehr als 80 Prozent der Menschen infolge des Unglücks krank.



Tschernobyl: Im Frühjahr 1999 dokumentierten der Fotograf Robert Knoth und die Journalistin Antoinette De Jong einige dieser menschlichen Schicksale. Das dabei entstandene Fotoessay ist nun im Internet veröffentlicht worden. Es dokumentiert in nüchterner Schwarz-Weiß-Ästhetik auf erschreckende Art und Weise die Auswirkungen radioaktiver Strahlung auf den Menschen.

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Das Foto oben zeigt die neunjährige Alexandra Prokopenko, die infolge der radioaktiven Strahlung einen Wasserkopf hat. Nur ihr Vater Vitaly ist stark genug, um sie während des Essens im Sitzen zu halten.

Einige Gegenden im nahen Umfeld des Atomkraftwerks sind so stark kontaminiert, dass sie für bis zu 900 Jahre lang nicht bewohnbar sein werden.