14Magazin: Freiburgs neuste Studentenzeitschrift

Claudia Kornmeier

14 ist die Quersumme aus 0761, Freiburgs Vorwahl. Seit zwei Wochen ist die erste Ausgabe von "14Magazin" erhältlich, gemacht von Freiburger Studenten. Chefredakteur Morten Freidel hat uns erzählt, wie es zu diesem gelungenen Produkt kam.



Das Heft # 1

Das Inhaltsverzeichnis verspricht: „0761 – von Freiburg in die Welt, ein Titelthema plus noch etwas dazu.“ Das Heft hält das Versprechen und bietet sieben Begegnungen mit Freiburger Persönlichkeiten, sechs imaginäre BOK-Kurse und eine kuriose Entdeckung aus der Fleischereilandschaft.

Daneben eine Reihe Freiburger Themen – von den Erlebnissen einer Frau, die unter einer Terminwohnung haust, bis zum Streitgespräch zwischen der Linken, SDS und dem RCDS. „Der Blick über den Tellerrand“ führt nach Istanbul, München und Ägypten. Als Titelthema gibt’s eine Beschäftigung mit der Generation der Studenten („Warum mucken wir nicht auf?“) und als Extra einen literarischen Teil, der in Zukunft ausgebaut werden soll.



Der Chefredakteur

Neuer Chefredakteur ist Morten Freidel, Magisterstudent im 8. Semester Literaturwissenschaften und Geschichte. Morten ist erst seit zwei Monaten von seinem Erasmusaufenthalt aus Istanbul zurück. Dort hat er Felix Dachsel kennengelernt, der gemeinsam mit Christina Schmitt die Idee für das Magazin entwickelt und die Chefredaktion für die erste Ausgabe geführt hat. Zurück aus Istanbul hat Morten die Finanzierung des Projekts übernommen. Jetzt ist Felix für ein Auslandssemester in Südamerika und Morten übernimmt Felix Job.

Seit zwei Wochen ist das Magazin im Verkauf. Morten ist im Stress. Die Zeit drängt. In einer Stunde ist ein Interview mit echo.fm terminiert. Draußen am Flugplatz. „Am liebsten würde ich nach Hause gehen, Tee trinken und Texte schreiben.“ Stattdessen muss Morten jetzt erklären, warum es dieses Magazin überhaupt gibt. „Es gibt keine guten Auslegemagazine an der Uni.“ Alberta? Das Uni Magazin? „Alles von der Uni herausgegeben. Mit zum Teil fast schon propagandistischen Sachen drin. Und viel zu viel Werbung.“ Jedenfalls nichts Unabhängiges. Nichts von Studenten gemachtes. Nichts, was thematisch auch über die Uni hinausgehe. Diese Lücke will das 14Magazin schließen.

Inhaltlich wartet das Heft mit großer Ideenvielfalt auf. Äußerlich erinnert es ein bisschen an Zeit Campus. Das Design wirkt professionell. Studenten der Hochschule für Grafik Design haben hier ihre Arbeit beigesteuert. Neben Textreportagen bietet das Heft auch eine Fotostrecke über die „hässlichen“ Ecken Freiburgs. Überhaupt: die Fotos und Illustrationen sind sehr gelungen.



Die Finanzierung

Am schwierigsten sei die Finanzierung gewesen. „Wir hatten ja nichts vorzuweisen. Nur ein vorläufiges Probeexemplar. Da waren viele potentielle Werbekunden skeptisch“, sagt Morten. „Außerdem wollten wir das Heft nicht mit Werbung überfluten. So wie andere Auslegemagazine.“

Keine Anzeige, die kleiner als ein Viertel der Seite ist. Und nicht mehr als eine Anzeige pro Doppelseite. Das sei das erklärte Ziel gewesen. Das Ergebnis: „50 Prozent der Kosten konnten wir durch Werbeeinnahmen decken.“

Kleine private Spenden, Unterstützung aus der Familie, haben den günstigen Verkaufspreis von einem Euro ermöglicht. „Wir wollten, dass die finanzielle Hürde, das Heft zu kaufen, nicht zu groß wird. Uns kennt keiner. Und wenn man nicht weiß, was man kriegt, dann ist man auch nicht geneigt, viel zu zahlen.“ Bei einem Preis von einem Euro soll es aber, wenn möglich, bleiben. „Und wenn nicht, dann nur um die Redaktion längerfristig abzusichern, und nicht, weil wir kommerziell geworden sind.“



Unabhängig und ehrenamtlich

Dass das 14Magazin nicht kommerziell, sondern unabhängig und ehrenamtlich ist, ist Morten sehr wichtig. „Alle Autoren arbeiten ehrenamtlich. Reisen wie zu der Verbindung nach München oder nach St. Gallen haben wir aus eigener Tasche bezahlt.“ Morten schwebt vor, dass solche Fahrtkosten in Zukunft ersetzt werden. Dass die Autoren kein Geld bekommen, soll aber so bleiben. „Wir möchten damit auch eine gewisse Identifikation der Studenten mit dem Magazin schaffen.“ Und nicht zuletzt: „Um ein kommerzielles Heft herauszugeben fehlt uns schlicht die Erfahrung. Wir sind alle in erster Linie Studenten.“

Der Verkauf läuft gut. Ein Drittel der Hefte ist weg. „Dass das so schnell geht, hätte ich nicht erwartet“, sagt Morten. Noch wichtiger als die guten Verkaufszahlen sind ihm aber die vielen positiven Rückmeldungen von Lesern.



Die Redaktion

„Die Redaktion hat für die erste Ausgabe aus 15 bis 20 Studenten bestanden. Die meisten davon Politikwissenschaftler. Getroffen haben wir uns einmal pro Woche. Jetzt ist erstmal Pause“, sagt Morten. Nächste Woche soll es weitergehen. Mit neuen Leuten, aus allen Fachrichtungen. Überhaupt: die Redaktion sei offen, fakultätsübergreifend, kein fester Freundeskreis. Jeder sei eingeladen, vorbeizuschauen. Die Website weist regelmäßig auf Termin und Ort der Redaktionssitzung hin.

 



Das Blog

Online tritt das 14Magazin bisher nur als Blog auf. Der Ausbau zu einem richtigen Online-Portal sei eines der anstehenden Projekte. Mit zeitlicher Verzögerung sollen dann auch Texte aus der Printausgabe online veröffentlicht werden. Nur online zu erscheinen, anstelle von einer gedruckten Ausgabe, kann sich Morten nicht vorstellen. „Manche Autoren möchten ihre Texte auch nur gedruckt veröffentlichen.“

Lesung und Releaseparty

Auf den Werbeplakaten für das Magazin klebt jetzt noch ein weiterer Zettel. „Wie bei Wahlplakaten.“ Darauf eine Einladung zu einer Lesung junger Autoren und einer Heft-Releaseparty am Samstag im Jos Fritz Café. Morten selbst wird seine im Heft veröffentlichte Kurzgeschichte lesen. Wer sonst liest, stehe noch nicht ganz fest. „Es werden junge, auch überregional bekannte Autoren sein, die nicht unbedingt für das Magazin geschrieben haben.“

Infos

Preis: 1 €; Verkauf: Mensa Rempartstraße, Innenhof, Institutsviertel, PH, KfH, EH – es sind nicht immer alle „Verkaufsstellen“ besetzt. Auch im Buchhandel erhältlich bei Schwanhäuser, Walthari und Jos Fritz.

Mehr dazu:

Was: Lesung mit Autoren des 14-Magazins
Wann
: Samstag, 14. November 2009, 20 Uhr, Einlass 19 Uhr
Wo
: Jos Fritz Café, Wilhelmstr. 15
Eintritt
: 2-3 Euro
  • fudder-Uni-Zeitschriftentest: Alberta