14 Jahre Root Down: Fünf Antworten von Rainer Trüby

David Weigend

Morgen feiert Rainer Trüby das 14-jährige Bestehen seiner Partyreihe root down. Zu den erlesenen Gästen gehören Alexander Barck von Jazzanova und der Portugiese Nuno Machado, der ein reines Drum'n'Bass-Set auflegen wird. Wir verlosen 2x2 Karten!



Rainer, vor 14 Jahren fand der erste root down-Abend statt. Woran kannst du dich noch erinnern?

Wir hatten einen lustigen, blauen Flyer. Motiv: Dame mit Helmfrisur, gefunden in einer Ausgabe der Brigitte aus den 1970er Jahren. Die Hefte hatten wir auf Flohmärkten zusammengetragen. Solche Flyer mit lustigen Frisuren zum Ausschneiden gab es damals noch nicht. Es war nicht absehbar, ob das eine erfolgreiche Partyreihe werden würde. Ich legte allein auf, musikalisch im weitesten Sinne Acid Jazz. Das nannte man so damals. Im Grunde war es einfach Kraut und Rüben.

Zwischen 300 und 400 Leute waren da. Ich stand in der Mitte des Raums im Waldsee. Monitorboxen gab’s noch keine, das Beatmixen war bei mir damals auch noch nicht besonders ausgeprägt. Die Triphop-Platten habe ich schon versucht, zu mixen. Es war schon eine gute Zeit. Manchmal finde ich es schade, dass es nicht mehr so ist. Aber das liegt wohl auch an mir selber.



Was war denn damals anders?

Es war eben richtig freestylig. Ne indische Jazznummer, dann ne Drum+Bass Nummer, dann wieder Funk. Du hast immer versucht, über irgendwelche Platten Verbindungen zu knüpfen, so dass ein Flow entsteht. Da fand wirklich sowas wie ne musikalische Reise statt. Inzwischen ist es bei mir so, dass ich irgendwann im House-Tempo lande und dabei recht lange bleibe. Ich glaube, das Publikum war früher schon ein wenig offener für Experimente. Wobei man das nicht so genau sagen kann. Ich habe das in dieser kompromisslosen Form schon länger nicht mehr probiert. Müsste ich mal wieder machen.

root down ist vom Geheimtipp zum Freiburger Partystandard geworden. Wie beurteilst du diese Entwicklung?

Es ehrt uns sehr, dass uns die Leute nach 14 Jahren immer noch die Stange halten. Ein bisschen sind wir vielleicht unserem Publikum entwachsen. Wir haben die Veranstaltung reduziert, sie findet nur noch alle zwei Monate statt. Wir wollten so erreichen, dass die Vorfreude größer ist. Klar, unsere Hoch-Zeiten waren zwischen 2000 und 2005, danach nahmen die Besucherzahlen etwas ab. Inzwischen gibt es eben auch viel mehr andere Clubs und Konkurrenzveranstaltungen. Meine Wunschgäste für 2010: Louie Vega von Masters at Work und Blaze aus New York. Mal schauen.



Welches Publikum habt ihr denn inzwischen?

Einen guten Mix. Darunter auch einige in meinem Alter, das ist natürlich schön zu sehen. Und die Ausdruckstänzer. Sie kommen immer recht früh und gehen, wenn es voll wird. Insgesamt ist das Publikum internationaler geworden. Ein guter Freund, Julien Di Giusto, hat zum Beispiel immer einen Partybus aus Mulhouse organisiert. Da kommen meist etwa 50 Elsässer rüber. Auch eine Schweizer Fraktion ist oft da oder eine Delegation aus England, die das Wochenende in Freiburg verbringt.

Wiviele Zigaretten und Weinflaschen hast du in 14 Jahren root down schätzungsweise konsumiert?

Ou, hm. Also, unser root down-Wein ist ja der Gutedel trocken vom Dörflinger. Die Anzahl? (murmelnd) Pro Jahr 12 root downs. 12 (unverständlich) mal hm…1, 2, 3, 4…14, 14 mal 12, Moment, ich hol mal den Taschenrechner…(fade out)

Mehr dazu:


Verlosung

fudder verlost zwei Mal je zwei Tickets für root down am Samstag, 30. Januar 2010 im Waldsee, Freiburg.  Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit dem Betreff "root down" und eurem Namen an gewinnen@fudder.de.

Einsendeschluss ist heute Freitag, der 29. Januar 2010, 16 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:

Was: 14 Jahre root down mit Jazzanova, Subway, Pierre Piccarde und Rainer Trüby
Wann: Samstag, 30. Janaur 2010, 22 Uhr
Wo: Waldsee, Freiburg
[Foto von Rainer Trüby: Oliver Rath]