Schwerer Unfall

13-jährige Radfahrerin stößt mit Straßenbahn zusammen und wird schwer verletzt

Julia Dreier, Oliver Huber, Simone Höhl & BZ-Redaktion

In Freiburg ist es zu einem Unfall mit einer Straßenbahn und einem 13 Jahre alten Mädchen gekommen. Der Teenager wollte an einer Kreuzung die Gleise überqueren und wurde von der Bahn erfasst.

Ein 13-jähriges Mädchen ist bei einem Unfall mit der Straßenbahn in Freiburgs Basler Straße schwer verletzt worden. "Die 13-Jährige schwebt nicht in Lebensgefahr", sagte Polizeisprecher Dirk Klose am Donnerstag. Am Vorabend hatte der Teenager gegen 18.30 Uhr mit dem Rad von der Schwimmbadstraße kommend die Gleise überqueren wollen und war beim Zusammenstoß unter die Tram geraten.


Die Frontschürze des Combino wurde abmontiert, um das Mädchen zu befreien. "Glücklicherweise war sie nicht direkt eingeklemmt", so Friedrich Koch, Einsatzleiter der Feuerwehr. Die hatte schono Hebegerät parat, doch die Tram konnte langsam rückwärts fahren und der Notarzt die 13-Jährige in eine Klinik bringen. Die Straßenbahn war in westliche Richtung unterwegs. Der Straßenbahnverkehr der Linien 3 und 5 war zwischenzeitlich beeinträchtigt.

"Wir können im Moment noch nicht genau sagen, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Fest steht, dass das Mädchen die Gleise überquert hat und dabei von der Straßenbahn erfasst wurde", sagt Klose. Unklar sei auch, ob sie zu dem Zeitpunkt gefahren sei oder das Rad geschoben hat. "Derzeit melden sich Zeugen des Unfalls, sie werden in den Ermittlern in den nächsten Tagen gehört und die Aussagen werden ausgewertet", sagte Klose weiter. Ob der Teenager auf sein Handy geschaut hat oder Musik gehört hat, werde untersucht, Hinweise gebe es zurzeit aber nicht.

Nach dem Unfall gab es Stimmen, die Stelle sei gefährlich. Schauen Radler von der Schwimmbadstraße, ob auf der bevorrechtigten Basler Straße von links Autos kommen, sehen sie nicht, wie die Ampel hinter ihnen auf Rot springt, wenn eine Tram kommt. Ein BZ-Leser sah schon Radler losfahren, ohne der Gefahr von rechts Gewahr zu sein. Eine zusätzliche Ampel auf der gegenüberliegenden Seite würde helfen, meint er. Ein Anwohner kritisierte, die Trams seien zu schnell in der Basler Staße unterwegs: "Jeden Tag kommt es zu heftigen Bremsungen", sagte Michael Müller.

Der Polizei zufolge handelt es sich weder um einen Unfallschwerpunkt noch eine besonders gefährliche Stelle. Es sei dort auch der erste Tramunfall gewesen. "Unser Personal weiß, dass man in diesem Abschnitt sehr vorsichtig fahren muss, weil mit Rotlichtfahrten von Radlern zu rechen ist", sagte Andreas Hildebrandt von der Verkehrs-AG.

Eine Extra-Ampel, wie in der Habsburgerstraße vor den Schienen, zu installieren sei nicht möglich, sagte Georg Herffs vom Tiefbauamt. Die Straße sei für eine solche Verkehrsinsel zu eng. "Und rechtlich dürfen wir’s nicht hinter den Konfliktpunkt stellen." Das würde auch neue Gefahren für die Radler bringen. "Man muss an der Stelle in beide Richtungen gucken."

Zeugen des Unfalls werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizei Freiburg (Telefon 0761/882-3100) zu melden.