13-jährige Maria ist immer noch vermisst: Mutter fordert mehr Einsatz von der Polizei

Manuel Lorenz

Immer noch wird die 13-jährige Maria-Brigitte Henselmann aus Freiburg vermisst - seit über 100 Tagen. Deswegen hat ihre Mutter gemeinsam mit den Machern des Blogs "Bitte findet Maria" eine Online-Petition verfasst - in der sie der Kripo Freiburg vorwirft, in dieser Sache zu wenig zu unternehmen.



Seit dem 4. Mai wird die 13-jährige Maria-Brigitte Henselmann aus Freiburg vermisst. Noch immer gibt es keine Spur von dem Mädchen. Es ist höchstwahrscheinlich mit dem 53-jährigen Bernhard Haase aus Blomberg (Nordrhein-Westfalen) unterwegs. Der Mann wird international gesucht, gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Kindesentziehung in einem besonders schweren Fall vor.


Seit Mitte Mai engagiert sich eine private Initiative vermittels des Blogs "Bitte findet Maria" dafür, die Vermisste zu finden. Vor zwei Wochen hat Marias Mutter gemeinsam mit den Machern dieses Blogs eine Petition online gestellt, die sich an Alfred Oschwald, Leiter der Polizeidirektion Freiburg, und Rainer Stickelberger, Justizminister des Landes Baden-Württemberg, richtet.

Darin heißt es:

Die Kripo Freiburg jedoch sieht keinen Anlass dazu, auch eine Interpolfahndung nach dem 53 Jährigen zu veranlassen, auch wurde bisher noch keine SOKO für das vermisste Kind, welches sich in aller größter Gefahr befinden könnte, eingerichtet. Nein – die Kripo Freiburg scheint offenbar schon seit 3 Monaten nichts weiter zu tun, als abzuwarten.

Die Mutter des Kindes, so heißt es in der Petition, müsse zudem auf die Presse vertrauen, um die Neuigkeiten in diesem Fall zu erfahren: "Die Kripo Freiburg sieht es nicht als ihre Pflicht an, eine Mutter, die ihr Kind schmerzlichst vermisst, über den aktuellen Stand der Ermittlung in Kenntnis zu setzen."

Die Verfasser der Petition fordern die Kripo Freiburg dazu auf, eine Soko einzurichten und die Mutter des Kindes über jeden aktuellen Stand der Ermittlungen zu informieren. Außerdem wird gefordert, dass die Kripo Freiburg eine Fahndung per Interpol nach dem 53-jährigen Bernhard Haase veranlasst.

Vor zwei Wochen äußerte sich Polizeisprecherin Laura Riske gegenüber der Badischen Zeitung noch folgendermaßen: "Wir haben großes Verständnis für die Verzweiflung der Mutter." Doch Haase werde bereits mit internationalem Haftbefehl gesucht, die Polizei setze seit längerem Zivilfahnder ein und Beamte, die sich ausschließlich mit diesem Fall beschäftigten. Man könne die Mutter nicht über alles unterrichten, manchmal sei die Polizei auf Verschwiegenheit angewiesen. Die Polizei verfolge ihre eigene Ermittlungsstrategie. "Durch die sogenannte Online-Petition, für die wir ja gar nicht zuständig sind, läuft jetzt unser E-Mail-Postfach voll."

Heute will die Polizei die Online-Petition nicht mehr kommentieren. Es sei zu viel Brisanz in der Sache, so Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid. Man mache seine Arbeit gut, und sobald es Neues gäbe, werde man die Öffentlichkeit davon in Kenntnis setzen.

Mehr dazu:

  • Badische Zeitung: http://www.badische-zeitung.de titel="">Private Internet-Fahndung nicht immer eine gute Idee