125 Bands spielen beim Mega-Festival "Freiburg stimmt ein"

Simone Lutz

An insgesamt 19 Orten in der ganzen Stadt findet das Festival "Freiburg stimmt ein" statt. Und das Beste: Du musst keinen Eintritt bezahlen! Was Dich erwartet:



Am 19. Juni werden sich die Freiburger klangvoll, alkoholfrei und vegetarisch amüsieren – und zwar massenhaft. Denn an diesem Sonntag findet zum sechsten Mal das Musik- und Kulturfestival "Freiburg stimmt ein" statt, ein nicht-kommerzielles, buntes, kreatives Spektakel, das im vergangenen Jahr 20 000 Menschen anzog. Diesmal treten 125 Bands kostenlos auf 19 Plätzen auf, um sich zu präsentieren und Kultur in die ganze Stadt zu tragen.


Das ist Rekord: 800 Musiker erwartet Stefan Sinn, der Gründer und Motor von "Freiburg stimmt ein", ob es die Punkrocker von "Dead Cats on Mopeds" sind, die im Rieselfelder Skatepark spielen, oder der Pianist Aeham Ahmad im Stadtgarten – Ahmad wurde per Internet berühmt, als er im syrischen Flüchtlingslager Yarmouk auftrat.

Zusätzlich zum Musikprogramm stellen sich in Freiburg 25 soziokulturelle Initiativen vor sowie zehn künstlerische Mitmachangebote. "Begonnen haben wir 2011 mit 20 Musikern auf vier Plätzen", sagt Sinn. Im Laufe der Zeit ist das Festival größer und vielfältiger geworden, der Grundgedanke aber ist der gleiche geblieben: Kunst und Kultur sollen im Alltag stattfinden und diesen bereichern.

Um das Festival zu stemmen, arbeitet der extra dafür gegründete Verein "Kultur leben" mit vielen anderen Engagierten zusammen. Kleines Beispiel: Die Jazz- und Rock-Schule ist eine der Platz-Paten und sorgt dafür, dass auf "ihrem" Platz im Hof der Schule alles möglichst reibungslos funktioniert. "Wir wollen uns stark machen für mehr Auftrittsmöglichkeiten", so Christian Pertschy, der Geschäftsführer der Jazz- und Rock-Schulen.

Nächstes Jahr ein mehrtägiges Fest

Die Künstler spielen umsonst, Firmen treten als Sponsor auf, Vereine und Initiativen helfen mit Zeit und Engagement – nur so ist es möglich, dass der Gesamtetat des Festivals unter 20 000 Euro liegt, wie Stefan Sinn versichert.

4000 Euro schießt die Stadt Freiburg zu, die das Festival auch schätzt, weil es keinen Eintritt kostet und es sich so alle Interessierten leisten können. "Ob es später mal einen regulären Zuschuss gibt, muss der Gemeinderat entscheiden", meint Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach.

Neu mit dabei sind 25 soziokulturelle Initiativen, die das Festival nutzen, um sich möglichst vielen Menschen zu präsentieren. "Wir zeigen das vielfältige bürgerschaftliche Engagement", so Gitta Walchner von der Gemeinwohl-Ökonomie. Und zwar ganz handfest: So kann bei den Energiesparern nur der Musik hören, der dazu in die Pedale tritt und Strom für die Verstärker erzeugt. Auch ein Kinderprogramm und andere Mitmachangebote von Töpfern bis Tanzen sind geplant.

Die Veranstalter erwarten wieder rund 20 000 Besucher und planen schon den nächsten Rekord: 2017 soll "Freiburg stimmt ein" zum mehrtägigen Themenfestival mit Workshops, Vorträgen und Kultur- und Mitmachangeboten werden – und dem eigentlichen Musiktag als Sahnehäubchen.

Mehr dazu:

Was: Festival "Freiburg stimmt ein"
Wann: Sonntag, 19. Juni 2016, 14 bis 22 Uhr
Wo: ganz Freiburg [Archivfoto: Runa Hansen]