120 Sekunden Freiburg: Fingerboardmeisterschaft im Haus der Jugend

Johanna Bürk

Kick-Flip, Impossible-Sexchange-Pivot-To-Fakie, 360-Flip - und das alles mit einem Mini-Skateboard auf einem Mini-Parkour. Johanna Bürk von FG.TV war für uns bei der letzten Fingerboardmeisterschaft im Haus der Jugend dabei, hat eine Reportage geschrieben und ein Video gedreht:



Die Augen erfassen das gesamte Terrain. Die eine Hand hängt scheinbar gelangweilt an der Seite herunter. Doch der Schein trügt. Der Zeigefinger und der Mittelfinger der anderen Hand liegen auf einem Mini-Skateboard, das gleich das Gelände unsicher machen wird.


Fingerboardmeisterschaften im Haus der Jugend. Mitten im Saal: Mini-Rampen und Parkelemente, die an eine Modelleisenbahn oder ein Puppenhaus erinnern. Damit kann man Fingerboarden aber überhaupt nicht vergleichen. Hier, beim Fingerskateboarden, ist volle Konzentration und tatsächliches Fingerspitzengefühl gefragt. Im ganzen Raum sind kleine Parks auf mehreren Tischen verteilt. Auf diesen können die Jugendlichen für den Wettbewerb üben, der gleich losgeht.

Die Räder und die Finger laufen heiß. Spannung liegt in Luft. Die aktiven Fahrer sind zwischen zehn und 25 Jahre alt. Beim Warmfahren sind auch Mädchen am Start.

Es gibt zwei Arten von Fingerboardern: einerseits die, die sich verbissen auf den Wettbewerb vorbereiten, andererseits die, die sich gegenseitig weiterhelfen und Tricks austauschen. Sehr beliebt ist ein Spiel namens "S-K-A-T-E". Man führt dabei Fingerboardtricks aus; für jeden Fehler kommt ein Buchstabe hinzu, bis man das Wort "Skate" buchstabiert hat. Bei wem's zuerst komplett dasteht, verliert.

15 Uhr, der Wettbewerb beginnt. Der Moderator lässt seine Stimme erklingen. Er besitzt das notwendige Fachwissen, um die Fahrer und ihre unglaublichen Fahrkünste in Worte zu fassen. Es ist eine Freude zuzusehen, wie die Finger das Board beherrschen und scheinbar den Gesetzen der Schwerkraft widersprechen. „Kick-Flip“, „Impossible-Sexchange-Pivot-To-Fakie“, „360-Flip“ - die Namen der Tricks fliegen einem nur so um die Ohren.

Wie das geht? Zwei Finger, ein Fingerboard, Fingerspitzengefühl und viel Zeit. Die Finger und das Brett bilden eine bewegliche Einheit.

In den Anfangsrunden darf jeder Teilnehmer eine Minute lang alles aus sich herausholen. Anschließend wird jeder einen Trick auf Ansage machen. Dazu hat er genau drei Versuche. Schlag auf Schlag, einer nach dem anderen fahren sie über die sogenannten "Elemente", also Hindernisse. Nach zwei Stunden ist die erste Auswahlrunde geschafft.

Draußen: Dunkelheit; drinnen: ein heftig wummernder Bass.

Das Finale rückt immer näher. Die Besten der Besten liefern sich einen harten Wettkampf, vollführen mit den Fingern fantastische Figuren. Das Brett scheint zu schweben, so mühelos und leicht sieht alles aus. Am Schluss gewinnt Kuny, ein stadtbekannter Freiburger.



Johanna Bürk, 18 Jahre

Ich heiße Johanna Bürk, bin 18 Jahre alt und mache bald Abi am Friedrich-Gymnasium. Meine Interessen erstrecken sich von Sprachen über Musik bis zu Videodrehs. Vor einiger Zeit habe ich das Fingerboarden für mich entdeckt.

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[Bild: Michael Bamberger]