1000 Zeichen Liebe: Büchertausch im Hausflur

Oliver Huber

Bücher sind toll, so lange man sie liest. Kaum hast Du die letzte Seite beendet, werden sie allerdings zur Last. Sie wandern ins Regal und damit beginnt das Problem.

Das Problem heißt in diesem Fall: Masse. Denn wer will schon die ganzen ausgelesenen Bücher aufbewahren? Sie stauben innerhalb kürzester Zeit voll, verschlingen unglaublich viel Platz – und sind vor allem außerordentlich hässlich. Man könnte Bücher ein zweites Mal lesen, aber warum? Also stellt sich spätestens, wenn im Schrank in zweiter Reihe geparkt wird, die Frage nach der Entsorgung.


Verkaufen wäre eine Option, ist aber viel zu umständlich und bringt fast nichts ein. Also bleibt nur verschenken. Allerdings werden Freunde und Bekannte sich bedanken, wenn man bei jedem Besuch mit einem Stapel Bücher unterm Arm aufschlägt. Eine schnelle und diskrete Lösung muss her. Und siehe da, eine solche hat sich bei uns im Haus von ganz alleine installiert: der informelle Büchertausch im Treppenhaus.

Wer damit angefangen hat, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen, aber mittlerweile machen fast alle mit - ob als Anbieter oder Abnehmer. Wer Bücher, DVDs oder Spiele loswerden will, legt sich mit einem Zettel " Zu verschenken" versehen auf den Briefkasten im Treppenhaus. Von Liebesromanen, über Krimis bis hin zu Kochbüchern ist alles dabei. Während solche Kisten auf der Straße meist nur Schrott enthalten, entpuppt sich unsere Lösung oft als famose Fundgrube. Einzig Ratgeber zu delikaten Themen - wie "120 Kamasutra-Stellungen für Anfänger" - wurden bislang noch nicht angeboten.

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