1000 Zeichen Hass: Hört auf, die freien Sitze in Bus und Bahn zu belegen

Carla Bihl

Sie setzen sich in Bahn und Bus auf den äußeren Sitz, belegen den Nebenplatz mit Taschen und tun überhaupt alles, damit sich niemand neben sie setzt – die Platzversperrer im Öffentlichen Nahverkehr. fudder-Autorin Carla Bihl fordert: Hört auf damit!

Man kann sich in Bus und Bahn schon mal wie der Elefant im Porzellanladen fühlen, vor allem dann, wenn man gezwungen ist, dicht gedrängt nebeneinander zu stehen, obwohl noch ausreichend unbesetzte Plätze vorhanden wären. Manche meinen aber im Sammelsurium schlecht gelaunter Menschen und anderer gestresster Gestalten, den Sitzautokraten mimen zu müssen: Lasst das!


Beim Blick in die Straßenbahn kann man sich daher oft nur auf eine Ebene begeben: eine simple binäre Betrachtungswelt, die nur Schwarz/Weiß kennt und die Menschen in böse Platzversperrer und die teilt, die wenigstens die intellektuelle Potenz besitzen, Sitze, die nicht benötigt werden frei zu halten.

Plätze beschützen wie die Bundeslade

Aber anstatt vorhandene Plätze anzubieten, legen sie Ihre Taschen auf den Nebensitz und beschützen Sie als wäre es die Bundeslade. Das wäre ja auch kein Problem – wenn das Abteil nicht sowieso aus allen Nähten platzen würde. Fragt man Sie, ob der Platz noch frei wäre, schauen Sie als wären sie schockverliebt oder als würde man von Ihnen verlangen, den Rest der Strecke zu Fuß zu gehen.

Eure Rucksäcke sind so fehl am Platz wie Apassionata-Werbung vor einer Pferdefleischerei. Hat bisher irgendjemand den Mehrwert dieses Phänomens erkannt? Ist es der Schutz vor kränkelnden Menschen oder das Bedürfnis alleine zu sein?

Also hört auf immer die freien Plätze in Bahnen und Bussen zu besetzen oder zu versperren und macht es den Leuten – vor allem älteren und gehandicapten Menschen – möglich, sich einen Moment auszuruhen.

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