Meinung

1000 Zeichen Hass: Ersti-Tüten sind der größte Müll

Felix Klingel

Eine Tüte mit Werbegeschenken, Flyern und was zu Trinken: Am Dienstag gab’s vor der Uni wieder einmal die so genannte Ersti-Tüte. Unser Autor meint: Mehr unnötigen Müll kann man nicht produzieren.

Der Wahnsinn hat einen Namen, und er könnte bescheuerter nicht sein: Ersti-Tüte. Am Dienstagmittag wurden die Dinger wieder in Freiburg verteilt. Wie beim Schlussverkauf am 1-Euro-Tisch reißen sich die Leute diese Scheiße aus den Händen. Alter, da stehen noch drei Paletten, mach mal langsam, du bekommst das Ding schon noch. Und in der "Wundertüte" sind ein- bis zwei brauchbare Dinge, der Rest ist Müll. Jeder, der schon einmal eine hatte, weiß das. Aber ist egal, denn es ist umsonst. Gratis! Nix zahlen, nada, njiente - nicht lange überlegen, zugreifen.


Und dann wird schön der kostenlose Bio-Tee aus der Dose geschlürft. Für den landen Unmengen an Werbemüll in der Tonne, der mit dem Lkw durch halb Deutschland nach Freiburg gekarrt wurde. Freitags geht's dann aber wieder zu Fridays for Future, ja?

Und liebe Tütenhersteller: Es macht die Sache nicht besser, wenn ihr einen auf sozial- und umweltverträglich macht und einen Organspendeausweis zwischen den Müll legt und "Recycling-Tonnen" und "Tausch-Stationen" bei der Verteilung aufstellt. Wie offensichtlich kann Greenwashing sein?

Ach ja, noch eine Bitte an die Freunde der Ersti-Tüte: Benutzt das enthaltene Kondom, vermehrt euch nicht weiter.