1000 Zeichen Hass: Der gestrige Tatort "Hydra"

Daniel Laufer

Noch nie hat fudder-Redakteur Daniel Laufer einen Tatort gesehen. Gestern tat er es, weil verschiedene Medien "Hydra" die Prädikate "topaktuell" und "brilliantes Drehbuch" gaben. Daniels Fazit: albernster Fernsehschrott!



Der Kommissar ist schablonenhaft: dauergrummelig, aber doch ein ganz okayer Kerl. Das Drehbuch ist eine Katastrophe, Spannung gibt’s praktisch überhaupt nicht. Wenn der Autor dieses gehypten Fernsehdebakels, Jürgen Werner, keine „Tatort“-Folgen schreibt, dann „Traumschiff“, „Um Himmels Willen“ – oder sogar „Forsthaus Falkenau“. Bei „Hydra“ hat er da wohl irgendwas durcheinander gebracht. Der Gerichtsmediziner, der "König Alkohol" im Blut findet, der Nazi, der jemanden "nach Walhalla schicken" will... Niemand, wirklich niemand, redet so. Außer in der ARD  natürlich.


Der Mörder taucht dann so ab der Hälfte auf, ganz beiläufig (natürlich ein abtrünniger Polizist). Dass er der Täter war, ist am Ende irgendwie egal, Agatha Christie hätte sich geschämt.

Und die Handlung um rechtsradikale BVB-Fans, die türkische Polizistinnen aus der Wohnung locken, um ihnen dann Hakenkreuze auf den Bauch zu taggen? Wirr konstruiert, damit irgendjemand darüber schreibt. Das hat jetzt ja ganz prima geklappt.

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