10 Tipps für ein supergutes Referat - und wo Du das lernen kannst

Sarah Bösch

Der Gedanke an Referate und Vorträge bereitet Schülern und Studenten Bauchschmerzen. "Das muss nicht sein, das Reden ist erlernbar", sagt Tatjana Rudat vom Freiburger Rhetorik-Club Toastmasters. Fudder-Autorin Sarah hat mit ihr gesprochen und 10 wertvolle Tipps für eine gute Rede gesammelt:



1. Gute Vorbereitung

Eine gute Rede braucht eine gute Vorbereitung. Besonders wichtig ist die Struktur: Die Rede gliedert sich in drei Teile, in den Anfang, den Mittelteil und den Schluss. Der Anfang sollte aufregend sein und das Interesse wecken. Im Mittelteil werden Argumente für die These präsentiert und diese anschließend mit Beispielen veranschaulicht. Der Schlussteil ist im Grunde eine Zusammenfassung der Rede, man kann dem Publikum auch eine Handlungsaufforderung mitgeben. Besonders schön ist es, wenn sich der Schluss wieder auf den Anfang bezieht und ein rundes Ganzes entsteht.

2. Stilmittel benutzen

Eine gute Rede wird noch besser, wenn interessante Stilmittel verwendet werden: Beispielsweise Zitate, rhetorische Fragen, Mimik, Gestik, Mini-Anekdoten und Pausen. Die Stilmittel sollten aber zu der jeweiligen Stelle passen und gut dosiert eingesetzt werden.

3. Spannung

Eine Rede muss spannend sein, damit die Aufmerksamkeit des Publikums bestehen bleibt. Das Publikum muss Spaß daran haben zuzuhören und, bildlich gesagt, an den Lippen des Redners hängen. Spannung kann besonders gut durch Stilmittel erzeugt werden. Der Geheimtipp: Die bewusst gesetzte Pause. Denn nichts überrschascht das Publikum mehr, als plötzliche Stille im Raum.

4. Zeitmanagement

Der Redner sollte auf einem inhaltlichen roten Faden achten, nicht zu weit ausholen oder abschweifen, um die Kernaussagen zu vermitteln. Bei zu langen Ausführungen verliert das Publikum schnell die Aufmerksamkeit, hört nur noch halbherzig zu, oder weiß nicht mehr, worum es eigentlich genau geht. Beim Üben sollte daher unbedingt eine Stoppuhr verwendet werden, damit der Umfang entsprechend der verfügbaren Redezeit gegebenfalls noch reduziert werden kann.

5. Aussprache

Wichtig ist eine deutliche und laute Aussprache, damit der Redner gut verstanden wird. Außerdem sollten Denklaute und Füllwörter, wie äh, öh, mhhhh, vermieden werden, denn sie unterbrechen den Redefluss und lenken ab. Der Redner selbst ist während seiner Rede meist zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um darauf zu achten, daher sollte er vertraute Zuhörer bitten, auf diese kleinen Wörtchen zu achten und ihm dann Feedback geben.

6. Keine Xenologismen

Fremdwörter sollten vermieden werden, damit die Rede gut zu verstehen ist. Einfache Worte helfen der Rede zu folgen und machen sie verständlich.

7. Have fun!

Am wichtigsten ist, dass der Redner Spaß am Reden entwickelt. Die Expertin erklärt, hier helfe nur üben, üben, üben. Kontaktfreudigkeit muss man trainieren. Außerdem ergänzt sie, dass ein bisschen Nervösität ganz normal sei und sogar zu Höchstleistungen führen könne.

8. Authentizität

Der Redner darf sich nicht verstellen, da er sonst nicht authentisch wirkt. Wenn man sich keine Witze merken kann, ist das überhaupt kein Problem. Dann muss man auch nicht den Entertainer geben und sich verbiegen, sondern einfach auf die ganz persönlichen Stärken vertrauen.

9. Persönlich sein

Eine Rede wird noch besser, wenn der Redner persönlich ist. Die Rede wird dadurch nicht nur interessanter, sondern auch glaubwürdiger. Besonders schön ist eine kleine persönliche Anekdote am Anfang, die als Einstieg dient. Das Publikum lernt den Redner auf diese Weise kennen und kann sich mit ihm identifizieren. Vielleicht lässt sich der eine oder andere Zuhörer ja sogar inspirieren und kauft sich auch ein Segelflugzeug - oder ein paar Laufschuhe.

10. Frei sprechen

Lange Sätze auf Karteikarten sollten vermieden werden, da der Redner sonst zum Ableser wird. Das Ziel ist freies Sprechen, aber am Anfang sind Stichworte natürlich völlig in Ordnung. Diese geben Sicherheit und einen roten Faden. Mit der Zeit und Übung sollten die Stichworte dann allmählich reduziert werden, sodass am Ende ganz frei gesprochen wird.

Zum Club

Der Freiburger Toastmasters Club trifft sich regelmäßig zu englischen und deutschen Treffen, bei denen Rede- und Führungsqualitäten verbessert werden. In respektvoller und unterstützender Atmosphäre werden Stegreifreden und vorbereitete Reden gehalten und anschließend evaluiert. Die harmonische Stimmung führt zu einer schnellen Weiterentwicklung aller Teilnehmer. Gäste sind immer herzlich willkommen.

Zur Person

Tatjana Rudat ist seit 2006 Mitglied bei den Toastmasters Freiburg. Ursprünglich wollte sie ihr Englisch aufbessern. Heute ist sie Vizepräsidentin für Öffentlichkeitsarbeit und eine sehr geübte Rednerin.



Mehr dazu:

Was: Toastmasters Rhetorik Club Freiburg
Wann: wöchentlich, 19-21Uhr
Wo: Design-Hotel am Stadtgarten, Karlstraße 12, 79104 Freiburg
Telefonnummer: 07612022711
Internetseite: Toastmasters Freiburg [Fotos: fotolia.com/lightpoet; Tatjana Rudat]