10 Tipps für die Museumsnacht Basel 2014

Manuel Lorenz

Arcade-Automaten aus den 70ern, eine Haar-Installation zum Mitmachen und eine Ausstellung rund ums Thema Gift: Bei der Basler Museumsnacht am morgigen Freitag zeigen 42 Institutionen, was sie drauf haben, und fünf Locations sorgen mit Partys dafür, dass aus dem "Abend" auch wirklich eine "Nacht" wird. Welche zehn Spots ihr auf keinen Fall verpassen dürft:



Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig: Im Antikenmuseum wird eine Frage gestellt, die in grauer Vorzeit genauso aktuell war wie heute: Wann ist man ein Mann? Gezeigt werden Antworten aus dem alten Ägypten, und damit das Ganze sich nicht in der reinen Anschauung erschöpft, können Besucher sich vom Metamorphose-Studio verkleiden und schminken lassen und für die Kamera posieren. Joey Zimmermann liest Männergeschichten aus der zeitgenössischen Belletristik vor, und im Hinterhaus gibt's an der Mann-Bar - wie könnte es anders sein - Kräftiges und Würziges. P.S.: Die ZEIT hat dem Mann gerade attestiert, geschwächt zu sein.


Ausstellungsraum Klingental: Was der Ausstellungsraum Klingental da in Klein-Basel genau macht, ist nicht ganz so einfach zu verstehen, irgendwie geht es wohl aber um Folgendes: Das Künstlerkollektiv Cadavre l'espace (MurKs) exquis macht Kunst und lässt das Publikum daran teilhaben und -nehmen - zum Beispiel beim Bau einer Haar-Installation, zu der man eigenes und anderes Haar mitbringen soll. In einem Zelt kann man Fragen zur Kunst stellen, die vor Ort ausgestellt wird, man kann sie kritisieren und über sie diskutieren. Und in der sogenannten Notfallzentrale erhalten Besucher telefonische (!) Beratung von Kunstschaffenden - eine Art Kunsthotline also.



Botanischer Garten der Uni Basel: Es wäre natürlich super, wenn's am Freitag schneien würde - was laut Wettervorhersage aber nicht passieren wird. Dann nämlich würden die drei Gewächshäuser des Botanischen Gartens so richtig zur Geltung kommen. Tropenklima, 8000 verschiedene Pflanzen - darunter die ecuadorianischen Nebelwald-Orchideen. Ausklingen lassen kann man das schwüle Vergnügen im Foyer bei einem "nicht alltäglichen Fruchtsaft", wie es im Veranstaltungstext heißt.

Basler Papiermühle: In der Basler Papiermühle wird seit der Mitte des 15. Jahrhunderts Papier hergestellt. Wer noch nie dort war, sollte allein schon deshalb einmal dort vorbeischauen. In der Museumsnacht widmet sich jener wunderbare Ort einem Thema, das zwar mit Papier zusammenhängt, darauf aber nicht beschränkt ist: Recycling. Im gesamten Haus wird gezeigt, wie man verschiedene Dinge recyclet - zum Beispiel die Lieblingsjeans -, und natürlich darf man auch selbst mitmachen. Der Instrumentenerfinder (!) Lukas Rohner produziert Recy-Klänge und spielt den Zuhörern das Lied vom Müll, die Slam-Poetin Daniela Dill macht Spoken Word mit dem Titel "Herz Rhythmus Störungen".

Cartoonmuseum: Das Cartoonmuseum hat ein Problem: Es ist so beliebt, dass es in der Museumsnacht regelmäßig massiv überfüllt ist. Zur Zeit - und also auch in jener Nacht - beschäftigt es sich mit der sogenannten Ligne-claire - dem legendären Zeichenstil von Tim-und-Struppi-Zeichner Hergé. In einem Workshop mit den Zeichnern Christophe Badoux und Lika Nüssli kann man sich dem Stil selbst annähern; außerdem werden entsprechend gezeichnete Trickfilme gezeigt. Fürs Essen sorgt wie immer im Cartoonmuseum so'up - mit belgischen Leckereien und Suppen.



Haus für elektronische Künste: Es lohnt sich, am Freitag raus zum Dreispitz zu fahren. Dort wartet nämlich das Haus für elektronische Künste mit Arcade-Automaten und Spielklassikern wie Pong, Space Invaders und Pac-Man auf. Sieben künstlerische Maschinen aus der ganzen Welt lassen die Räumlichkeiten zum Spielsalon der 70er Jahre werden; außerdem sind Arbeiten von Jodi, Evan Roth und Hussein Chalayan zu sehen und zu spielen. Danach: Party mit 8-bit-Techno von Stu, Schnauz und MistaMista samt Visuals vom Kollektiv Suffix.

Quelle: YouTube


Museum für Geschichte: Wann hat man zuletzt Ritter gespielt? Als Kind? Am Computer im Rahmen einer "Assassin's Creed"-Session? Falls all das zu lange her sein sollte, kann man sich in der Museumsnacht im Museum für Geschichte in der Barfüßerkirche ganz dem Rittertum hingeben: Ritterkämpfe an der PlayStation 3, Ritterfechten mit den Kumate Freifechtern, Mittelaltermusik von Des Dudels Kern und Filmspots aus Ritterfilmen der vergangenen 60 Jahre.

Museum für Musik: Wie stellt man Musik aus? Zum Beispiel, indem man zuerst die ehemalige Schweizer Box-Meisterin und Singer-Songwriterin Bettina Schelker und dann die Basler Hiphop-Legende Black Tiger auftreten lässt - das macht am Freitag das Museum für Musik im Lohnhof. Wer die Basler Pop- und Rockgeschichte kennt oder kennenlernen möchte, kann beim Pop-Quizz mitmachen.



Kunst Raum Riehen: Im Kunst Raum Riehen finden die Elemente Spiel, Computerspiel sowie Computer und klassische Kunst sowie Film zueinander. Zum Beispiel: Tetris, mit reellen Personen in einem Kino nachgestellt und als Video-Arbeit produziert, wandfüllende Blumen, die mit LEDs bestückt sind und bei denen die Besucher Farben und Farbmuster und somit die Raumwirkung verändern können. Musik kommt vom Sound8Orchestra, dessen Selbstbeschreibung Lust macht, nach Riehen aufzubrechen: "Easy Listening, Low-Budget Lounge Musik, retrofuturistische B-Movie Soundtracks und psychedelische Elektrosounds."

Pharmazie-Historisches Museum der Uni Basel: Das Pharmazie-Historische Museum ist sehr lustig: Es veranstaltet eine ganze Nacht rund um das Thema Gift! Das heißt: ein Gift-Parkour mit Gift-Objekten, Filmausschnitte der besten Mordklassiker und eine Demonstration im Extrahieren von Gift und Herstellen von Arzneien. An der Bar à Celsus gibt's "Gegengifte" verschiedenster Art.

Mehr dazu:

Was: Museumsnacht Basel 2014
Wann: Freitag, 17. Januar 2014, 18 Uhr bis 2 Uhr
Wo: Basel und Umgebung
Eintritt: 19,50 Euro; mit oberrheinischem Museums-Pass 11,50 Euro; für unter 25-Jährige gratis. Tickets gibt's auch im BZ-Haus in Freiburg
  • fudder: http://fudder.de titel="">Fotos: Museumsnacht Basel 2012
 
[Bild 1: Promo; Bild 2: Nicole Pont; Bild 3: dpa; Bild 4: Lia Wagner]