10 Gründe, warum es sich lohnt, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu sein

Leon Pfaff

Feuermann oder Feuerfrau zu werden – das wollte doch früher jedes Kind. Fudder-Autor Leon Pfaff ist aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg und hat zehn Gründe aufgeschrieben, was daran so toll ist.



1. Du bist immer auf Abruf – das gibt Energie

Es sind Semesterferien, 7.30 Uhr an einem Wochentag. Unsanft werde ich von einem lauten, sich wiederholenden Piepston geweckt. Rasch schaue ich auf den Funkmeldeempfänger, den ich als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr nachts neben meinem Bett liegen habe, drücke den Ton weg und ziehe mich an. Das Adrenalin fließt.

2. Durch regelmäßige Übungen bleibst Du fit

Ich stürze aus dem Haus, schwinge mich auf mein Rad und eile zum nahegelegenen Gerätehaus. Der Morgensport macht wach und durch die regelmäßigen Übungen unter Atemschutz ist meine Kondition auch nach dieser ersten Anstrengung noch nicht erschöpft.

3. In der Feuerwehr begegnet man Dir mit Freundlichkeit

Im Gerätehaus angekommen, sitzt einer unserer Maschinisten, wie die Fahrzeugführer genannt werden, bereits hinter dem Steuer und wartet darauf, dass auch der Mannschaftsraum besetzt wird. Ich eile zu meinem Spind und grüße die anderen Angehörigen der Feuerwehr, während sich alle umziehen. Die zunächst angespannte Atmosphäre wird durch Sprüche und knappe Gespräche, in denen wir uns duzen, aufgelockert.

4. Alle nehmen auf Dich Rücksicht

Wir kennen uns durch Proben, Einsätze und sonstige gemeinsame Aktivitäten und wissen, wer welche Vor- und Nachteile – etwa aufgrund von Schichtarbeit oder körperlicher Fitness – in den individuellen Einsatz mit sich bringt. Scham ist im Fahrzeug jedoch keine angesagt und wenn ich mich mal nicht fit genug fühlen sollte, unter Atemschutz in den Einsatz zu gehen, trifft dies auch auf Verständnis.

5. Du bist nicht alleine!

Während die Atemschutzträger sich auf der Hinfahrt zum Einsatz mit ihren Druckluftflaschen und besonderer Schutzkleidung ausrüsten, helfen die anderen Mannschaftsmitglieder ihnen dabei. Derweil kommuniziert unser Gruppenführer als Beifahrer per Funk mit der Leitstelle und plant die Vorgehensweise für uns Fahrzeuginsassen. Die Trupps auf einem Fahrzeug bestehen immer aus zwei Personen, sodass ich stets auf Unterstützung im Notfall zählen kann.




6. Du lernst auch andere Organe wie Polizei oder Rettungsdienst kennen

Wenn wir am Einsatzort ankommen, müssen wir darauf achten, Platz für nachrückende Fahrzeuge zu lassen. Deswegen positioniert unser Maschinist und Fahrer das Fahrzeug so, dass auch nachrückende Fahrzeuge, etwa anderer Abteilungen oder Einsatzkräfte, noch ungehindert zum Objekt vordringen können. Je nach Lagemeldung können uns dabei mehrere Löschfahrzeuge, auch die Drehleiter zum Erreichen höherer Stockwerke, Sanitäts- oder Polizeikräfte unterstützen.

7. Du wirst routinierter und lernst eine Menge technischer Dinge

Nachdem wir das Kommando "Absitzen!" hören, gibt der Gruppenführer die Informationen zur Vorgehensweise an uns als Trupps weiter. Die Truppführer wiederholen die Anweisungen und dann geht alles ganz schnell. Je nach Situation benötigen wir für Löscharbeiten Schläuche und Strahlrohre; zur Rettung von Personen und Tieren Steck- oder Schiebleitern oder beim Befreien eingeklemmter Personen den hydraulische Spreizer. Der Umgang mit diesen und anderen Werkzeugen habe ich in der Grundausbildung und in Übungen ständig geübt, um so, wie jeder Feuerwehrangehörige, mit den Gerätschaften umgehen zu können.

Für den Umgang mit der Kettensäge werden regelmäßig spezielle Ausbildungskurse veranstaltet, sodass auch Baumarbeiten, wie etwa zuletzt bei dem Freiburger Unwetter erledigt werden können.

8. Du kannst per Sprechfunk kommunizieren

Je nach Situation kann es jedoch auch zu unvorhergesehen Komplikationen kommen. Mithilfe des Sprechfunks kann mein und jeder andere Trupp stets mit dem Gruppenführer und den restlichen Trupps kommunizieren. Sollte die Druckluft in der Flasche ausgehen, eine Person bewusstlos oder die Lage verzwickter als gedacht sein, kann Unterstützung in Form bereitstehender Hilfstrupps angefordert werden.

9. Du hilfst anderen Menschen – oder Tieren

Irgendwann ist das letzte Glutnest beseitigt, Tante Hildas Katze vom Baum gerettet oder selbiger gefällt – dann beladen wir die Fahrzeuge wieder, tauschen benutzte Materialien auf der Hauptwache aus und ich reflektiere den Einsatz vor dem inneren Auge noch einmal. Dabei hilft mir auch der gesellige Umgang, Neues zu lernen und das Erlebte zu verarbeiten, bis ich mich nach einer Verschnaufpause im Gerätehaus von den Anderen verabschiede. Mit dem guten Gewissen, in einer Notsituation dem Vertrauen in die Feuerwehr durch die Bevölkerung nicht geschadet zu haben, radle ich heim und hole meinen Schlaf nach.

10. Du hast unendlich viel Spaß!

Als Kind schwärmen viele Menschen – unabhängig ihres Geschlechts – für die Feuerwehr. Jedoch übersehen viele dabei die Möglichkeit, auch vor dem dienstfähigen Alter von 18 Jahren, Erfahrungen in der Jugendfeuerwehr zu sammeln. Aber auch wer erst später aktive(r) Feuerwehrangehörige(r) werden möchte, wird schon sehr bald merken, dass das gemeinsame Proben, Ausrücken und letzten Endes Sammeln von Erfahrung fürs Leben vor allem eines macht: Eine Menge Spaß, bei der man aus dem Alltag herauskommen und anderen Menschen helfen kann!
Leon Pfaff, fudder-Fotograf und Autor, war schon in der Jugendfeuerwehr Offenburg aktiv, seit Mai 2017 ist er aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Zähringen, Abteilung 04. Dort absolvierte er in diesem Jahr bereits etwa 10 bis 15 Einsätze von insgesamt 50.

Wer auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr werden will, kann zunächst an Übungsabenden teilnehmen und dort die zukünftigen Kameraden kennenlernen. Es gibt ein paar Voraussetzungen, die zu erfüllen sind: So muss das 18. Lebensjahr vollendet sein, man muss körperlich fit sein, darf nicht vorbestraft sein oder das Recht verloren haben, öffentliche Ämter zu bekleiden. Mehr Informationen stehen im Anforderungsprofil der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg.