10 Dinge, die Du über die 'Pille danach' wissen musst

Tanja Hofmann

Wirkt die 'Pille danach' wie eine Abtreibung? Was kostet sie und muss ich bei der Einnahme etwas beachten? Noch immer kursieren viele Mythen über die Notfallverhütung - seit 15. März ist sie rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Das sollte man unbedingt wissen:



1. Frauen ab dem 14. Lebensjahr bekommen die 'Pille danach' seit dem 15. März in der Apotheke – aber nur bei persönlicher Abholung. Die Apotheker beraten - verweigern (wie das früher in Krankenhäusern der Fall war) können sie die Pille nicht.


2. Es gibt zwei Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen. "PiDaNa" (kostet circa 18 Euro) kann bis zu 3 Tage nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden, "ellaOne" (circa 30 Euro) bis zu 5 Tage. Aber: Je schneller, desto besser! Nach 5 Tagen sollte die Pille aber nicht mehr eingenommen werden . dann empfiehlt sich der direkte Gang zum Arzt!

3. Um eine Schwangerschaft zu verhindern, muss das Zusammentreffen von Spermien und einer befruchtungsfähigen Eizelle verhindert werden. Die Eizelle ist nach dem Eisprung etwa 1 Tag befruchtungsfähig – Spermien circa 5 Tage lebensfähig. Die 'Pille danach' verschiebt den Eisprung und verhindert so eine Schwangerschaft.

4. Die 'Pille danach' ist nur zur einmaligen Notfallverhütung wirksam. Wenn man im Normalfall mit der Antibabypille verhütet, muss die Einnahme wie gewohnt fortgesetzt werden. Bis zur nächsten Blutung muss zusätzlich mit Kondomen verhütet werden.

5. Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen – das gilt aber nur bei Vorlage eines ärztlichen Rezeptes.

6. Mögliche Nebenwirkungen sind kurzzeitige Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Unterleibsschmerzen.  Halten diese länger an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zudem kann die Monatsregel stärker und leicht verspätet auftreten. Bleibt sie über 7 Tage aus, empfiehlt sich ein Schwangerschaftstest. Viele Frauen glauben, dass das Einnehmen der Pille danach die Fruchtbarkeit beeinflusst - das stimmt allerdings nicht.

7. Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung der 'Pille danach' beeinflussen oder sogar aufheben - Apotheker und Ärzte beraten.

8. Natürlich ist die Pille auch weiterhin in Krankenhäusern zu erhalten. Aber Achtung: Katholische Krankenhäuser (in Freiburg zum Beispiel Loretto- und Josephsklinik) verschreiben sie nur an Opfer sexueller Gewalt.

9. Die Pille danach liefert keine hundertprozentige Verhütung. Sie ist weniger zuverlässig als die Anti-Baby-Pille oder ein Kondom. Deshalb: Nie als "normale" Verhütung verwenden, sondern nur im Notfall!

10. Als Alternative zur "Pille danach" empfiehlt sich die "Spirale danach". Sie ist aber deutlich teurer als die Pille - sie kostet um die 130 €. Auskunft gibt der Hausarzt.

Mehr dazu:

[Foto: fult / photocase.de]