1. Mai: Mäßige Ausschreitungen im Sedanviertel

Nina Braun

In der vergangenen Nacht ist es während des 1.-Mai-Straßenfests im Sedanviertel zu kleineren Ausschreitungen gekommen: Alkoholisierte Besucher haben laut Polizei mit Gegenständen nach anwesenden Beamten und Feuerwehrleuten geworfen, ein Toilettenhäuschen auf die Belfortstraße gestoßen und mehrere Feuer entfacht. Zwei Autos wurden beschädigt.

Als besonders gravierend beschreibt der Polizei-Pressesprecher Karl-Heinz Schmid die Vorkommnisse jedoch nicht: "Wir wollen das gar nicht hochspielen. Es war das gewohnte Bild im Sedanviertel, wie häufig am 1. Mai." Die Festbesucher hatten von einer nahe gelegenen Baustelle Holz und Paletten herangeschafft und an der Ecke Belfort/Wilhelmstraße sowie an der Einmündung Belfort-/Albertstraße zwei Feuer entzündet, die bis etwa 2:30 Uhr brannten. Dann löschten Feuerwehr und Polizei die Flammen. Zuvor hatten sie bereits verhindert, dass auch eine Kippmulde in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser in Brand gesetzt wurde.


Ebenfalls von einer Baustelle stammte das Toilettenhäuschen, das quer über die Belfortstraße gelegt wurde. Anwesende Polizeibeamte und Feuerwehrleute wurden laut Schmid mehrmals mit Flaschen oder anderen Gegenständen beworfen, lange bevor sie gegen Ende eingriffen. Bis zuletzt hätten sie großen Abstand gehalten und sich vor allem um die Verkehrssicherung gekümmert. "Wir haben nur beobachtet und die Leute gewähren lassen", erklärt Schmid. "Erst ganz am Schluss, als die meisten schon weg waren, haben wir die Feuer gelöscht."

Durch die geworfenen Gegenstände wurden zwei Autos, durchs Feuer eine Mülltonne beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei stellte die Personalien von sechs Personen fest, ein 22-jähriger Mann muss sich wegen Flaschenwurfs verantworten. Allgemein sei beim Freiburger 1. Mai eine Veränderung seit den Sechziger, Siebziger Jahren zu erkennen, so Schmid: "Früher war noch eine gewisse politische Botschaft herauszulesen. Heute fällt vor allem der hohe Alkoholisierungsgrad auf."

Mehr dazu: