0:6 - SC geht gegen Werder unter

Hanno Riethmüller

Autsch, das tut weh. Im ausverkauften Dreisamstadion kassierte der SC heute gegen Werder Bremen eine schmerzhafte Heimniederlage. Hanno war beim Bremer Schützenfest im Dreisamstadion dabei.



Werder Bremen ist eine Spitzenmannschaft im deutschen Fußball und reiste heute mit einer Serie von 19 Pflichtspielen ohne Niederlage an die Dreisam. Um eine solche Mannschaft in Normalform zu schlagen, muss beim Sportclub schon ziemlich viel zusammenpassen. Beides sollte heute nicht zutreffen.


Zunächst sah es noch nach einem offenen Schlagabtausch zweier als spielstark bekannter Mannschaften aus. Bremen hatte zwar leichte Feldvorteile, aber die Freiburger hielten mit viel Engagement, Kampfstärke und schnellem Spiel nach vorne dagegen.

Doch nach etwa 20 Spielminuten zeigte sich immer deutlicher, dass der SC den Bremern heute nicht gewachsen sein würde. Während Werder sich mit kurzen, schnellen, manchmal fast verwirrenden Passkombinationen durch die Freiburger Defensive zauberte, war hauptsächlich das defensive SC-Mittelfeld völlig überfordert. Vor allem Cédrik Makiadi auf der rechten Abwehrseite konnte einem Leid tun. Von seinen Mannschaftskameraden des Öfteren im Stich gelassen, rollte über seine Seite ein Angriff nach dem anderen in den Freiburger Strafraum; meist von den bestens aufgelegten Nationalspielern Özil oder Marin initiiert.

Dass es zur Halbzeit nur 0:1 stand, war den fahrlässigen Bremern und dem ausgezeichneten Freiburger Torhüter Simon Pouplin zu verdanken. In der zweiten Halbzeit unterlief Pouplin allerdings ein einziger allerdings folgenschwerer Fehler: Nachdem der Sportclub wiederum sichtlich motiviert aufs Feld zurückgekehrt war, stand das Spiel einige Zeit auf der Kippe. Bei einem Bremer Freistoß auf der linken Seite des Freiburger Strafraums spekulierte Pouplin auf eine Flanke und machte so die kurze Torecke auf, in die Marin den Ball dann zum 0:2 versenkte.

Damit war im Stadion so ziemlich jedem klar, dass das Spiel gelaufen war. Als unterlegene Mannschaft steht man in so einem Moment vor der Wahl, ob man Schadensbegrenzung betreibt oder noch versucht, rauszuholen was zu holen ist. Der SC entschied sich heute für letzteres und spielte weiter nach Vorne. Dort fingen sie sich einen Konter nach dem anderen ein. Und da Werder – anders als in der ersten Halbzeit – nun „jeder Schuss ein Treffer“ spielte, ging das Spiel 0:6 aus.

Das eigentlich Ärgerliche sind nicht mal die sechs Gegentreffer, sondern dass der SC eigentlich selbst zwei oder drei Tore hätte erzielen müssen.

Das Hauptproblem des heutigen Tags war das Mittelfeld: Hier gelang es den Freiburgern nicht, den Bremer Spielfluss zu unterbinden. Julian Schuster erwischte keinen guten Tag. Spielte am Anfang viele Fehlpässe und konnte sich kaum einmal im Zweikampf durchsetzen. Ivica Banovic erreichte zumindest Normalform, konnte defensiv aber bei weitem auch nicht alle Löcher stopfen. Jonathan Jäger spielte schwach und wurde zur Halbzeit durch Tommy Beckmann ersetzt, der zwar gut begann, dann aber viele Fehler machte. Nach einem unnötigen Ballverlust durch ihn, als die gesamte Mannschaft in der Vorwärtsbewegung war, brachte ein Bremer Konter das 0:3.

Daniel Caligiuri, der erneut für Abdessadki in der Anfangsformation stand, hatte zwar einige gute Szenen, konnte aber seine Dynamik und Zweikampfstärke nur selten gewinnbringend für das Freiburger Mittelfeld einsetzen. In den guten Offensiv-Phasen des SC konnten die beiden Stürmer Mo Idrissou und Stefan Reisinger die Werder-Abwehr einige Male vor Probleme stellen. Reisinger machte spielerisch einen guten Eindruck, kam aber zu kaum einer gefährlichen Aktion vor dem gegnerischen Tor. Idrissou half auch viel in der Defensive aus, klärte mit seiner Kopfballstärke häufig bei Standardsituationen, verursachte aber auch ungestüm einen Strafstoß, der zum 0:5 führte. Kapitän Heiko Butscher vergab in der Schlussphase freistehend vor Werder-Torwart Wiese die größte Freiburger Tormöglichkeit. Seine Flanken fanden in der hochgewachsenen Bremer Abwehr kaum einmal den eigenen Mann. Makiadi hätte man eigentlich eine ordentliche Leistung bescheinigen können. Oft auf sich alllein gestellt, konnte er aber Özil und Marin kauim aufhalten. Zudem blieb ihm kaum Zeit sich in die Offensive einzuschalten.

An der Innenverteidigung mit Pavel Krmas und Felix Bastians gibt es wenig auszusetzen. Außer beim sechsten Gegentor, als sich beide nicht für Rosenberg zuständig fühlten und diesen frei vors Tor laufen ließen, verhinderten Krmas und Bastians viele Torchancen. Vor allem Krmas gewann zudem fast alle Kopfballduelle und schaltete sich auch gelegentliche in die Offensive ein, was aber auch die Anfälligkeit für Konter erhöhte. So zum Beispiel beim 0:4 von Özil als nur noch Makiadi versuchte Pouplin zu Hilfe zu kommen.

Trotz des 0:6 feierte das Publikum seine Mannschaft und Pfiffe waren nach dem Abpfiff nur vereinzelt zu hören. Bremen war einfach besser, hat aber viel zu hoch gewonnen. Ein 0:2, oder 1:3 wäre sicher gerechter gewesen.

Nächste Woche geht’s nach Nürnberg.

Auswärtssieg!?

[Bild: dpa]